Mehr als 320 Verdachtsfälle von Sabotage im Jahr 2025 – BKA-internes Dokument wirft Schatten auf kritische Infrastruktur

Köln – +++ Sperrfrist: 5. Februar 2026, 14 Uhr +++

heute 15:05 Uhr | 3 mal gelesen

321 potenzielle Sabotagefälle soll das Bundeskriminalamt (BKA) innerhalb des letzten Jahres gesammelt haben – das zeigt eine bislang unter Verschluss gehaltene Auswertung, die WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung analysiert haben. Wer jetzt meint, das seien bloß Zahlen, unterschätzt, was darunter alles fällt: Von zerstörten Bahntrassen in Nordrhein-Westfalen (hier besonders auffällig mit 88 Fällen), über Attacken auf Funkmasten in Niedersachsen (51 registrierte Fälle), bis hin zu offensichtlich aufgerüsteten Angriffen auf Energieversorgungsstrukturen. Bayern und Sachsen kommen auf je 30 Verdachtsmomente; kleinere Bundesländer wie Thüringen oder das Saarland wurden weniger oft Ziel (3 bzw. 4 Fälle). Es ist eben kein reines Süd-Nord-Gefälle, sondern gleicht eher einem Flickenteppich. Interessant (und etwas beunruhigend): Zu den erfassten Vorfällen zählen nicht nur grobe Sabotageakte, sondern zum Beispiel auch Drohnenflüge, die oft als Spionageaktionen bezeichnet werden. 1289 solcher Meldungen gab es im Jahr 2025, insgesamt über 2300 gesichtete Drohnen – manchmal mehrere auf einen Schlag. Das wirkt wie aus einem Spionagefilm, ist aber offenbar Wirklichkeit. Auch russische Verbindungen stehen im Raum; Behörden hegen den Verdacht, dass Moskau gezielt sogenannte „Wegwerf-Agenten“ im Netz generiert, indem sie Einzelpersonen anwerben, bezahlen und für Sabotage einsetzen. Bestreiten tun das die Russen natürlich, aber das gehört wohl zum Spiel. Als eine Reaktion auf die auffällige Häufung solcher Ereignisse hat das BKA im vergangenen Herbst das Lagezentrum „Zeitenwende“ ins Leben gerufen. In diesem Knotenpunkt landen inzwischen sämtliche Meldungen zu Sabotage-Vorfällen aus allen Bundesländern – ein digitaler Dreh- und Angelpunkt. Und gleich daneben: Seit Oktober 2025 tagt wöchentlich ein Sicherheitsgremium beim Bundesamt für Verfassungsschutz, bei dem sich Vertreter von Bund und Ländern die aktuellen Vorgänge um die Ohren schlagen. Das Bundesinnenministerium will dem Problem noch entschiedener zu Leibe rücken: Ein gemeinsames „Abwehrzentrum für hybride Bedrohungen“ ist in Planung, eng angelehnt an das Berliner Terrorabwehrzentrum. Und ehrlich gesagt: Es wirkt, als hätten viele Beteiligte nach jahrelangem Zögern jetzt begriffen, dass Cyberkrieg, Sabotage und Zersetzung nicht irgendwo, sondern genau hier stattfinden.

Im Jahr 2025 hat das BKA deutschlandweit 321 Verdachtsfälle von Sabotage im Bereich der kritischen Infrastruktur registriert. Besonders betroffen sind große Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen; es zeigen sich keine klaren regionalen Muster. Neben Sabotageakten werden tausende Drohnenüberflüge als mögliche Spionageversuche oder Vorbereitungshandlungen erfasst, oft mit Verdacht auf russische Einflussnahme. Seit dem Herbst gibt es ein neues Lagezentrum zur Sammlung und Auswertung dieser Fälle, und ein umfassenderes Abwehrzentrum befindet sich in Planung. Nach neueren Recherchen (z.B. laut Spiegel und Zeit) nimmt die Gefahr hybrider Angriffe weiter zu: Sicherheitsbehörden berichten von gesteigerten Aktivitäten gerade im Zuge geopolitischer Spannungen, etwa nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Außerdem werden Sabotageakte nicht nur physisch, sondern zunehmend digital verübt, da Cyberattacken oft schwerer nachweisbar und potenziell verheerender für Versorgungsnetze sind. In jüngsten Presseberichten wird außerdem deutlich, dass Deutschland gemeinsam mit EU-Partnern an einheitlichen Abwehrstrategien arbeitet und sich der Fokus verstärkt auf Prävention und Frühwarnsysteme richtet.

Schlagwort aus diesem Artikel