Dass Deutschlands Seehäfen nicht schlafen, wird schon an den neuen Zahlen für 2025 deutlich: Mit 284,4 Millionen Tonnen bewegten sie nach Angaben von Destatis satte 3,8 Prozent mehr Güter als noch 2024. Der Export ins Ausland hielt sich jedoch auffallend zurück, wuchs nur um 0,5 Prozent, während die Importe kräftig zulegten – offenbar wird für den deutschen Markt wieder mehr eingekauft. Der innere Verkehr zieht zwar um fast 16 Prozent an, bleibt aber, ehrlich gesagt, im Gesamtbild ein Zwerg. Hamburg bleibt das Schwergewicht unter den Häfen, gefolgt von Bremerhaven, das sich diesmal besonders steil entwickelt hat, und dann Wilhelmshaven, Rostock und Lübeck – wobei letzterer als einziger mit einem Minus aus dem Jahr geht.
Container, diese manchmal recht anonymen Giganten der Globalisierung, stellen mit Abstand die größte Kategorie im Umschlag dar – ganze 30,9 Prozent und damit fast ein Drittel. Fossile Energieträger wie Öl und Gas spielen nach wie vor eine relevante Rolle, verlieren aber spürbar an Gewicht, weil insbesondere Erdölimporte rückläufig sind. Übrigens: Erdgas aus den USA macht einen regelrechten Sprung – fast 52 Prozent mehr. Dafür driften die einst so vertrauten norwegischen Öllieferungen abwärts, die USA sind 2025 Deutschlands Top-Lieferant. Selbst bei der Kohle lösen die Amerikaner niemanden ab – sondern bleiben auf Platz eins, allerdings praktisch ohne Zuwachs.
Im Detail tauchen allerlei Verschiebungen auf, die nicht jeder erwartet hat: Der Warenverkehr mit dem Iran fällt komplett aus, während mit dem Oman, den Emiraten oder Saudi-Arabien vor allem Möbel (Emirate!) oder Treibstoffe (Saudi-Arabien) den Ton angeben. Interessant: Viele Waren aus dem arabischen Raum landen ohnehin zunächst in Benelux- oder Mittelmeerstaaten und kommen von dort erst nach Deutschland – kein Wunder also, dass sich geopolitische Spannungen am Golf auch auf deutsche Seehäfen auswirken könnten.
2025 wächst der Güterumschlag der deutschen Seehäfen laut Destatis gegenüber dem Vorjahr auf 284,4 Millionen Tonnen, besonders getrieben durch mehr Importgüter und einen erneut hohen Anteil von Containern, während vor allem Erdöl-Importe stark zurückgehen. Die USA werden im Seeverkehr bei Erdölförderungen und Erdgas erstmals wichtiger als Norwegen, Containerverkehre mit China und den EU-Staaten bleiben enorm, Erläuterungen zu aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen, dass der Einfluss von weltweiten Lieferketten und politischer Instabilität weiter steigt. Zusätzlich beeinträchtigen weiterhin globale Probleme wie etwa anhaltende Konflikte um das Rote Meer – zahlreiche Reedereien meiden nach Angriffen auf Frachter die kürzeren Routen und fahren zunehmend längere Umwege via Kap der Guten Hoffnung, wodurch sich Transportkosten, Containerengpässe und Preisaufschläge für Waren verschärfen (siehe Quelle: Spiegel). Die Handelsflaute der Vorjahre scheint vorbei: Auch andere Branchen spüren laut Berichten einen Aufschwung bei Export und Import, wiewohl Unsicherheiten wegen schwankender Energiepreise und geopolitischer Risiken permanent präsent bleiben (mehr dazu auf Quelle: Süddeutsche Zeitung). Gleichzeitig diskutiert die Hafenbranche weiterhin um Zukunftsinvestitionen, Automatisierung und neue Rahmenbedingungen durch globale Handelsverschiebungen, der sich laut Experteneinschätzungen niemand mehr entziehen könne (vgl. Quelle: FAZ).