Mehrheit der Deutschen spricht sich für Fortsetzung des Öl-Embargos gegen Russland aus

Laut einer aktuellen Befragung ist nur etwa ein Drittel der Deutschen offen für einen erneuten Import von russischem Öl. Die Mehrheit will das Embargo beibehalten.

heute 13:49 Uhr | 1 mal gelesen

Die Haltung zum Öl-Embargo spaltet die deutsche Gesellschaft – jedenfalls ist das der Eindruck, den eine jüngst durchgeführte Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vermittelt. Ganze 61 Prozent der Befragten wünschen sich, dass das Embargo gegenüber Russland weiterhin Bestand hat. Ganz so eindeutig ist das Bild allerdings nicht auf allen Seiten: Insbesondere AfD-Anhänger halten mit großer Mehrheit – satte 87 Prozent – das Festhalten am Embargo für falsch und treten für einen erneuten Handel ein. Im Osten der Republik ist die Skepsis gegenüber der Sanktion ebenfalls ausgeprägter: Dort befürworten 45 Prozent eine Aufhebung, im Westen nur rund 35 Prozent. Um die generelle Situation gleich richtig einzuordnen: Die Sanktionen – eingeführt nach Russlands militärischem Angriff auf die Ukraine – untersagen weitgehend Ölimporte aus Russland nach Europa und den USA. Interessant ist übrigens ein kleiner Ausrutscher der US-Regierung: Um die Folgen der zuletzt teils explodierenden Ölpreise abzufedern, hatte Washington für einen Monat den einmaligen Erwerb von auf See befindlichem russischen Öl gestattet. Ein gutes Beispiel dafür, dass Politik nicht immer Schwarz-Weiß ist, sondern gelegentlich eine graue Kante bekommen kann.

Die aktuelle Debatte um das Öl-Embargo gegen Russland drückt mehr aus als nur Zahlen: Sie bildet ein Stimmungsbild ab, das von geopolitischen Konflikten, wirtschaftlichen Ängsten und parteipolitischen Linien beeinflusst wird. Was in der Umfrage wie eine klare Mehrheit aussieht, bekommt Brüche, schaut man auf regionale Unterschiede und politische Lager. Neuere Meldungen zeigen, dass neben der deutschen Öffentlichkeit auch die EU über ihre Energiestrategie im Spannungsfeld zwischen Menschenrechten und Wirtschaftsdruck ringt – und einzelne Länder oder Politiker rufen sogar zu weiteren Sanktionen oder deren Lockerungen auf, je nach aktueller Nachrichtenlage und Druck der Energiepreise.

Schlagwort aus diesem Artikel