Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von RTL und ntv einen bemerkenswerten Stimmungswandel eingefangen: 59 Prozent der Befragten finden, dass die starre Begrenzung auf acht Stunden tägliche Arbeitszeit abgeschafft werden sollte, sofern das Wochenlimit von 40 Stunden eingehalten wird. Knapp 37 Prozent lehnen eine solche Neuerung jedoch noch ab. Besonders interessant: Selbst unter Arbeitnehmern unterstützt die Mehrheit (57 Prozent) eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten, wobei Skepsis vor allem in Ostdeutschland, bei AfD- und Linken-Sympathisanten sichtbar wird. Im aktuellen Arbeitszeitgesetz ist festgehalten, dass normalerweise maximal acht Stunden pro Werktag erlaubt sind – allerdings sind, wenn Samstage einbezogen werden, auch 48-Stunden-Wochen aktuell schon möglich. Überraschend deutlich ist die Haltung der Deutschen beim Thema Teilzeit: 59 Prozent sind gegen Einschränkungen beim Recht auf Teilzeit, nur unter CDU/CSU-Anhängern gibt es eine knappe Mehrheit für eine Beschneidung. Insgesamt zeigt die Befragung, dass das Bedürfnis nach mehr Spielraum bei der Gestaltung der Arbeit groß ist. Ach so, die Erhebung basiert übrigens auf den Antworten von 1.001 Personen – befragt zwischen dem 30. Januar und 2. Februar.
Das Thema flexible Arbeitszeiten sorgt in Deutschland weiter für Diskussionen: Laut Forsa-Umfrage spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung für die Abschaffung der Acht-Stunden-Regel zugunsten einer Wochenarbeitszeit-Obergrenze aus. Diese Haltung findet sich quer durch die Gesellschaft, mit Ausnahmen in bestimmten politischen Strömungen und Regionen. Auch die Bereitschaft, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, ist gering – stattdessen bleibt die Nachfrage nach individueller Arbeitszeitgestaltung hoch. Die aktuelle öffentliche Debatte umfasst jedoch auch Aspekte wie die Gefahr von Überstunden, die gesundheitliche Belastung und Probleme bei der Trennung von Beruf und Privatleben. Aus tagesaktuellen Berichten geht hervor, dass Arbeitgeberverbände und Wirtschaftsvertreter flexible Modelle begrüßen, während Gewerkschaften vor ausufernder Selbstausbeutung und ungleichen Verhältnissen warnen. Interessant ist auch, dass internationale Beispiele wie Schweden oder Dänemark, wo flexible Arbeitszeiten teils längst gelebte Realität sind, in der deutschen Diskussion als Positivbeispiele angeführt werden.