Metall- und Elektroindustrie steht am Abgrund: Arbeitgeber schlagen Alarm

Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, malt ein düsteres Bild für Deutschlands industrielle Kernbranche: Massive Jobverluste und verschärfte Konkurrenz drohen.

heute 14:59 Uhr | 1 mal gelesen

Es klingt schon fast wie ein letzter Hilferuf, was Dinglreiter da im 'Handelsblatt' sagt: Seit 2019 sind rund 300.000 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie verloren gegangen – jetzt kratzt die Mitarbeiterzahl an der 3,8-Millionen-Marke. Klingt trocken, ist aber fatal: Weitere 300.000 Jobs könnten gekappt werden, dann läge man sogar unter dem Negativrekord der Nachwendezeit.

Unruhig macht den Branchenchef auch, dass immer mehr Investitionen aus China in die EU strömen – aber kaum nach Deutschland. Heißt im Klartext: Woanders entstehen Jobs, während hierzulande die Zahlungen in die Kassen des Sozialstaats zurückgehen. Billig produzierte Konkurrenz wächst heran; das Bild wirkt wie eine tickende Uhr.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) will am 10. Juni zusammen mit den Sozialpartnern eine Art Krisengipfel abhalten. Dinglreiter hält wenig von Alibirunden: Lösungen brauche man – keine endlosen Diskussionen. Sonst, so sein warnender Ton, dreht sich die Spirale aus Arbeitsplatzverlusten, Standortverlagerungen und schwindenden Steuereinnahmen unaufhaltsam weiter.

Die aktuelle Krise in der Metall- und Elektrobranche verschärft sich stetig – und reicht laut vieler Stimmen in der Industrie bereits tiefer als so mancher Außenstehender ahnt. Hintergrund: Schwache Exportzahlen, hohe Energiepreise und Fachkräftemangel treffen auf eine wachsende Konkurrenz aus Asien. Chinesische Konzerne steigern ihre Investitionen in Europa, profitieren dort von geringeren Kosten und Regulierung – während heimische Unternehmen über fehlende Standortpolitik und zu langsame Reaktionen der Bundesregierung klagen. Die drohende Verlagerung von Schlüsselindustrien ins Ausland ist längst keine Randnotiz mehr, sondern Realität (vgl. Berichte von FAZ, taz und Zeit). Auch aktuelle Diskussionen um Bürokratieabbau und Entlastungen zeigen: Die Suche nach dem richtigen Rettungspaket wird zum Pokerspiel mit hohem Einsatz für Deutschlands wirtschaftliche Stabilität.

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