Unruhig macht den Branchenchef auch, dass immer mehr Investitionen aus China in die EU strömen – aber kaum nach Deutschland. Heißt im Klartext: Woanders entstehen Jobs, während hierzulande die Zahlungen in die Kassen des Sozialstaats zurückgehen. Billig produzierte Konkurrenz wächst heran; das Bild wirkt wie eine tickende Uhr.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) will am 10. Juni zusammen mit den Sozialpartnern eine Art Krisengipfel abhalten. Dinglreiter hält wenig von Alibirunden: Lösungen brauche man – keine endlosen Diskussionen. Sonst, so sein warnender Ton, dreht sich die Spirale aus Arbeitsplatzverlusten, Standortverlagerungen und schwindenden Steuereinnahmen unaufhaltsam weiter.
Die aktuelle Krise in der Metall- und Elektrobranche verschärft sich stetig – und reicht laut vieler Stimmen in der Industrie bereits tiefer als so mancher Außenstehender ahnt. Hintergrund: Schwache Exportzahlen, hohe Energiepreise und Fachkräftemangel treffen auf eine wachsende Konkurrenz aus Asien. Chinesische Konzerne steigern ihre Investitionen in Europa, profitieren dort von geringeren Kosten und Regulierung – während heimische Unternehmen über fehlende Standortpolitik und zu langsame Reaktionen der Bundesregierung klagen. Die drohende Verlagerung von Schlüsselindustrien ins Ausland ist längst keine Randnotiz mehr, sondern Realität (vgl. Berichte von FAZ, taz und Zeit). Auch aktuelle Diskussionen um Bürokratieabbau und Entlastungen zeigen: Die Suche nach dem richtigen Rettungspaket wird zum Pokerspiel mit hohem Einsatz für Deutschlands wirtschaftliche Stabilität.