Milliardenschwere Investitionen für Hitzeschutz in deutschen Krankenhäusern gefordert

Gerald Gaß, Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, warnt angesichts der Rekordtemperaturen vor den Folgen überhitzter Kliniken – und drängt auf milliardenschwere Investitionen in Klimaanlagen.

18.06.26 00:02 Uhr | 29 mal gelesen

Es ist fast schon ein Sommermärchen ohne Happy End: Während draußen das Thermometer in Richtung Backofen zeigt, ächzen Klinikflure und Patientenzimmer unter der Hitze. Gerald Gaß, Chef der DKG, bringt es auf den Punkt – die jahrelange Vernachlässigung des Investitionsbedarfs in Krankenhäusern fällt jetzt allen auf die Füße. "Viele werden es am eigenen Leib erfahren: Wir sind schlecht vorbereitet auf die Hitzesaisons der Zukunft", moniert Gaß im Gespräch mit der "Rheinischen Post." Die Lösung? Ein Klimainvestitionsprogramm, satte 31 Milliarden Euro, das auch die Installation moderner Kühlsysteme ermöglicht. Die Bundesländer allerdings, kritisiert Gaß weiter, schieben ihre Investitionspflichten Jahr um Jahr weg. Das Ergebnis: Statt High-Tech-Klimaanlagen müssen Kliniken mit billigen Ventilatoren, Sonnenschutz und Eisbeuteln improvisieren. Besonders bitter: Das aktuelle Sparpaket aus dem Bundesgesundheitsministerium könnte, so Gaß, die Situation sogar noch weiter verschärfen. Und während draußen das Quecksilber auf bis zu 36 Grad klettert, wird klar: Hitzeschutz ist jetzt keine Luxusfrage mehr, sondern schlichtweg überlebenswichtig.

Der zunehmende Klimawandel bringt auch für das deutsche Gesundheitswesen neue Herausforderungen: Gerade in den aktuellen Hochsommer-Tagen wird der Investitionsstau für Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere Kühlung, schmerzhaft spürbar. Gerald Gaß von der DKG fordert ein milliardenschweres, mehrjähriges Investitionspaket, um Krankenhäuser baulich und technisch gegen extreme Temperaturen zu wappnen – kein reines Komfortthema, sondern längst eine Frage der Patientensicherheit und Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals. Die Kritik richtet sich besonders an die Bundesländer, die ihren Finanzierungspflichten bislang nicht ausreichend nachkämen; gleichzeitig warnt Gaß vor weiteren Einschnitten durch geplante Sparmaßnahmen, wodurch die Modernisierung der Kliniken weiter blockiert würde. Auch in verwandten internationalen Debatten wird sichtbar, dass der Hitzeschutz in öffentlichen Einrichtungen ein wachsendes Problem ist: Der Weltklimarat warnt regelmäßig vor Gesundheitsrisiken durch Extremwetter, und Städte wie Paris oder Madrid investieren bereits gezielt in die klimatische Nachrüstung öffentlicher Bauten und Krankenhäuser. In Deutschland stehen Bund, Länder und Kommunen vor der Frage, ob sie aus der aktuellen Hitzewelle die richtigen Lehren ziehen – entscheidend wird sein, ob ausreichende Mittel locker gemacht werden, um das Gesundheitssystem klimafest zu machen.

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