Man könnte fast von Aufbruchsstimmung sprechen – wenn auch mit einer Prise Skepsis. Christoph Ahlhaus, der Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), sieht in der geplanten Reduktion von Berichtspflichten sowie beschleunigten Genehmigungen tatsächlich das Potenzial, den Trägheitsmantel der deutschen Wirtschaft endlich abzustreifen. Die Aussicht, weniger bürokratische Hürden zu meistern, lässt gerade kleinere Unternehmen hoffen – letztlich profitieren die von jeder gesparten Minute und jedem nicht notwendigen Formular. Doch der Wermutstropfen bleibt: Die große Lösung, nämlich eine komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags, kam wieder nicht. Das sei, betont Ahlhaus, eine verpasste Chance – immerhin hätte das sofort satte 12 Milliarden Euro Entlastung gebracht. Die wirtschaftliche Debatte über den Sinn und Unsinn des Soli bleibt also ein Stück weit wie Kaugummi – zieht und zieht, aber löst sich einfach nicht auf.
Das aktuelle Maßnahmenbündel der Koalition, das vor allem Bürokratieabbau und tempo bei Genehmigungen vorsieht, stößt beim Mittelstand auf positive Resonanz, wird aber durch das Festhalten am Solidaritätszuschlag getrübt. Branchenvertreter betonen immer wieder, wie groß die Sehnsucht nach weniger administrativen Lasten ist – gerade angesichts drohender Rezession und Transformationsdruck. Neuere Stimmen aus dem Wirtschaftsjournalismus verweisen zudem darauf, wie dringend Bürokratieabbau und Entlastungen für die Innovationsfähigkeit des deutschen Mittelstands nun sind.