Postbank-Tarifstreit beigelegt: Gehaltserhöhung und sicherere Jobs für Beschäftigte

Nach zähen Verhandlungen erzielten Verdi und die Postbank endlich einen Durchbruch – für Tausende Angestellte gibt es mehr Geld und längere Arbeitsplatzsicherheit. Nicht nur die Lohnentwicklung, sondern auch die Zukunft der Filialen und der Umgang mit Digitalisierung standen im Mittelpunkt des neuen Vertrags.

02.07.26 11:33 Uhr | 1 mal gelesen

Nach vielem Hin und Her am Verhandlungstisch steht das Ergebnis: Ab Juli 2026 bekommen rund 9.000 Mitarbeitende der Postbank 175 Euro zusätzlich aufs Monatsgehalt. Das entspricht – je nach Blickwinkel – circa viereinhalb Prozent mehr Geld. Im darauffolgenden Jahr, also ab Juli 2027, kommt ein weiterer Gehaltssprung von 2,9 Prozent. Die Auszubildenden gehen auch nicht leer aus: Ihre Vergütung steigt ebenfalls, in zwei Runden zu je 75 Euro. Der neue Tarifvertrag gilt langfristig: bis Ende Juli 2028. Verdi-Verhandler Jan Duscheck betont, dass der Erfolg vor allem der Ausdauer der Beschäftigten und ihrer Streikbereitschaft zu verdanken ist – und offen gesagt, ohne öffentlichen Druck läuft da oft wenig. Neben mehr Geld stehen auch qualitative Aspekte im Mittelpunkt: Der Kündigungsschutz ist bis Ende 2028 verlängert, zudem bleibt das Filialnetz mit mindestens 300 Standorten und 13 digitalen Beratungscentern bis März 2028 bestehen – ein Zeichen gegen den überall zunehmenden Rückzug aus der Fläche. Interessant: Die Vertragspartner haben sich verpflichtet, die Folgen von KI und Co gemeinsam zu analysieren und vorausschauend an Qualifizierungsmaßnahmen zu arbeiten. Ein bisschen Zukunftsangst also bleibt, aber immerhin will man sie gemeinsam angehen. Die finale Zustimmung steht noch aus – bis 24. Juli haben Verdi-Mitglieder Zeit, das Paket abzunicken. Kleine Randnotiz: Wenn man bedenkt, wie viele Banken ihre Filialen derzeit immer weiter abbauen, ist das fast schon ein kleines Wunder.

Mit dem jetzt vereinbarten Tarifvertrag erhalten Postbank-Beschäftigte nicht nur spürbare Gehaltserhöhungen und einen verlängerten Kündigungsschutz, sondern auch eine Zusage zur Aufrechterhaltung von mindestens 300 Filialen sowie der fortbestehenden 13 digitalen Beratungszentren bis März 2028. Hintergrund des Ergebnisses sind mehrere Warnstreiks und öffentliche Aktionen, mit denen sich die Mitarbeiter Gehör verschafft haben. Ein Novum ist zudem, dass der Umgang mit bevorstehenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz Teil der Vereinbarung ist – beide Seiten wollen die Herausforderungen der digitalen Transformation offensiv und gemeinsam angehen. Recherchen zeigen, dass andere Banken und Sparkassen aktuell verstärkt Filialen schließen und Personal abbauen. Die Einigung bei der Postbank hebt sich dadurch positiv ab und gilt vielen Beobachtern als Signal für Stabilität und Beschäftigtenrechte in einer sonst oftmals angespannten Branche.

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