Mal ehrlich: Wer denkt nach einem Spaziergang im Sommer ans Zecken-Checken? Doch diese Minis lassen sich kaum abschrecken und sitzen bevorzugt dort, wo die Haut dünn und mühelos zu erreichen ist – etwa Achseln, Leisten oder hinter Knie und Ohr. Sie docken quasi unbemerkt an, spritzen ein betäubendes und gerinnungshemmendes Sekret und genießen dann ihre Blutmahlzeit. Wer glaubt, so ein kleiner Biss sei harmlos, unterschätzt das Risiko: Krankheiten wie Borreliose oder FSME könnenden Alltag nachhaltig verändern. Das Tückische ist, dass die Erreger meist erst nach mehreren Stunden übertragen werden – daher gilt: nach jedem Aufenthalt im Grünen gründlich absuchen! Zecken entfernt man am besten mit einer feinen Pinzette: Direkt an der Haut ansetzen, langsam herausdrehen, und Ruhe bewahren – Improvisationen wie Öl oder Klebstoff machen alles nur schlimmer. Die nächsten vier Wochen lohnt es sich, das Beobachten der Bissstelle fast schon zur Routine zu machen. Zeigt sich eine Rötung oder ungewöhnliches Hautbild – besser gleich zum Arzt. Ansonsten gilt: Auch Versicherungen bieten Schutz, allerdings deckt nicht jeder Vertrag Zeckenfolgen ab. Ein Gespräch mit dem eigenen Versicherer (Stichwort: Unfallversicherung, Zeckenbiss-Folgen) kann also vor bösen Überraschungen schützen. Eine Impfung gibt’s immerhin gegen FSME – gegen Borreliose leider noch nicht.
Zeckenbisse bergen mehr Gefahr, als man ihnen zutrauen möchte – besonders, wenn sie FSME oder Borreliose übertragen. Besonders tückisch: Die Übertragung der Krankheitserreger geschieht meist erst nach mehreren Stunden, was den konsequenten Zecken-Check nach Outdoor-Aktivitäten umso wichtiger macht. Gegen FSME kann man sich impfen lassen – gegen Borreliose bleibt nur konsequente Kontrolle und das rasche Entfernen des Parasiten. Werden durch den Biss Langzeitschäden verursacht, ist es wichtig, vorher zu prüfen, ob die eigene Unfallversicherung solche Folgen auch wirklich abdeckt: Nicht jeder Vertrag tut das automatisch. Neuere Untersuchungen zeigen, dass aufgrund klimatischer Veränderungen Zecken in Mitteleuropa immer länger aktiv bleiben und sich weiter verbreiten, was die Risiken erhöht. Zudem warnt das RKI, dass auch andere durch Zecken übertragene Krankheiten wie Anaplasmose zunehmend diagnostiziert werden.