Mittelstandsunion gegen Zwang zur Betriebsrente – Debatte um Altersvorsorge flammt auf

Gitta Connemann, Chefin der Mittelstandsunion, hält nichts vom Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), eine verpflichtende Betriebsrente einzuführen – sie sieht darin eine Überforderung für Unternehmen.

heute 16:59 Uhr | 4 mal gelesen

Die betriebliche Altersvorsorge sei, so Connemann in einem Gespräch mit dem 'Handelsblatt', ein Erfolgsmodell – aber eines, das auf Bereitschaft, nicht auf Pflicht setzt. Der neue Vorschlag des DGB, das Ganze verpflichtend für alle zu machen, trifft bei ihr auf entschlossenen Widerstand. Sie meint: Jetzt, wo Unternehmen ohnehin mit steigenden Kosten, wild wuchernden Vorschriften und dem globalen Wettbewerb zu ringen haben, können zusätzliche Auflagen schnell ins Gegenteil umschlagen – weniger Investitionen, wacklige Jobs, stockender Aufschwung. Gerade für Mittelständler sei der Zeitpunkt unpassend. Man müsse es den Firmen leichter machen, die betriebliche Altersvorsorge freiwillig zu unterstützen – etwa durch weniger Bürokratie, mehr Anreize und tragfähige Modelle wie das Sozialpartnermodell. Das eigentliche Ziel laut Connemann: Zugangshürden abbauen, nicht neue Mauern aufbauen. Für Firmen wie Mitarbeitende sei es attraktiver, wenn die Absicherung kein Zwangsprodukt ist, sondern aus Überzeugung wächst.

Die Debatte über eine verpflichtende Betriebsrente spitzt sich zu: Gitta Connemann von der Union lehnt den Zwangsvorschlag ab und verweist auf die bereits bestehende Belastungssituation in den Unternehmen. Sie fordert, dass die Politik kleine und mittlere Unternehmen entlaste, statt sie noch stärker zu belasten – gerade angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart wie gestiegene Lohnnebenkosten, Inflation und internationale Konkurrenz. Die aktuelle Diskussion rückt nicht nur die Frage in den Fokus, wie gerechte Altersvorsorge gelingen kann, sondern auch, wie Bürokratieabbau und flexible Modelle Mittelstand, Beschäftigten und Wirtschaft gleichermaßen gerecht werden können. Laut einer aktuellen Untersuchung von 2024 liegt die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge bei rund 55 Prozent der Beschäftigten, wobei gerade kleine Unternehmen zurückliegen. Einige Experten plädieren dafür, die staatlichen Förderungen gezielt auszubauen, statt neue Pflichten einzuführen. Die Bundesregierung prüft laut Medienberichten derzeit mehrere Varianten, um die Attraktivität der Betriebsrente weiter zu fördern.

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