Mobilitätsprämie bleibt bei Geringverdienern unbeliebt – Zahl der Anträge sinkt weiter

Obwohl Strom- und Benzinpreise steigen, nehmen weniger arbeitende Menschen mit niedrigem Einkommen die Mobilitätsprämie in Anspruch. Steuerzahlen aus dem Jahr 2022 belegen diesen Trend, wie der 'Spiegel' berichtet.

heute 13:09 Uhr | 3 mal gelesen

Die aktuellen Daten zeigen: Im Jahr 2021 nutzten noch fast 150.000 Menschen mit schmalem Geldbeutel diese Unterstützung, 2022 waren es immerhin 10.000 weniger – also noch rund 140.000 Anträge bundesweit. Anspruch darauf haben jene, die über 20 Kilometer zur Arbeit unterwegs sind, aber so wenig verdienen, dass die übliche Pendlerpauschale für sie schlichtweg keine Wirkung zeigt. Die Auszahlung: Pro gefahrenem Kilometer gibt’s 5,32 Cent netto – nach Adam Riese kommen da im Schnitt 160 Euro im Jahr zusammen. Auch wenn der Bundesfinanzausschuss einst über 200.000 Berechtigte vermutete, verpufft offenbar das Interesse am Angebot. Christian Görke, Vorsitzender des Finanzausschusses und Vertreter der Linken, wundert sich offen über diese Entwicklung: 'Man hätte angesichts der politischen Versprechen nach der Einführung 2021 mit einem Run auf die Prämie gerechnet – stattdessen geht’s bergab.' Seine Forderung: ein echtes "Mobilitätsgeld" für alle, unabhängig vom Einkommen. Pikant ist: Gutverdienende erhalten für den gleichen Weg eine viel höhere Entlastung, nämlich bis zu 18 Cent pro Kilometer.

Geringverdienende Berufspendler beantragen die Mobilitätsprämie immer seltener, obwohl die Lebenshaltungskosten steigen. 2022 gab es laut Finanzministerium rund 140.000 Anträge, weniger als im Vorjahr, was Kritik an der Wirksamkeit der Maßnahme auslöst, insbesondere da weitaus mehr Anspruchsberechtigte vermutet werden. Als Ursache gelten mangelnde Bekanntheit, bürokratische Hürden und die vergleichsweise geringe Auszahlung pro Kilometer – vor diesem Hintergrund fordern einige Politiker ein universelleres Konzept für alle Pendler. Neuere Recherchen bei Medien und Fachportalen zeigen, dass Diskussionen um die Reform der Pendlerpauschale und gezieltere Mobilitätsförderung aktuell an Fahrt gewinnen; verschiedene Fachartikel thematisieren künftige Anreize, die Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit verbinden sollen.

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