Müller bremst Pläne für China – Fokus nun auf europäische Nachbarn

Die Drogeriemarktkette Müller hatte fest vor, in China mit eigenen Läden zu landen – jetzt aber tritt sie bei genau diesem Plan erstmal auf die Bremse.

heute 12:54 Uhr | 4 mal gelesen

Müller, bekannt aus Fußgängerzonen und Einkaufszentren quer durch Europa, richtet seinen Blick erstmal wieder näher ans eigene Zuhause. Ursprünglich stand China mit seinen riesigen Metropolen auf dem Sprungbrett: Schon Gespräche mit Verantwortlichen im Shanghaier Viertel Pudong waren weit gediehen, ein konkreter Standort für einen ersten Laden ins Auge gefasst, das Timing für eine Eröffnung war ebenfalls fix – Ende 2026. Ambitionen gab es reichlich, denn langfristig peilte Müller bis zu 500 Märkte im Reich der Mitte an. Nun ist Schluss mit dem Galopp in die Ferne: Europa ruft! Laut dem, was Müller dem Handelsblatt verriet, sind vor allem die Slowakei und Tschechien die neuen Hoffnungsträger. Man will Kräfte bündeln – wahrscheinlich, weil ein Fuß am sicheren europäischen Boden schlussendlich doch angenehmer ist als ein Sprung in die Ungewissheit des chinesischen Markts. Trotzdem bleibt ein Türspalt offen: Sollte sich später noch mal etwas Interessantes ergeben, wäre Müller nicht abgeneigt, die Gespräche zu erneuern. Klingt ein bisschen nach "man sieht sich immer zweimal im Leben".

Das gesamte China-Vorhaben war also keineswegs bloß eine kühne Idee, sondern bereits recht detailliert vorbereitet. Müller hatte den Wirtschaftsraum Pudong als Einstiegsregion ausgewählt, intensive Verhandlungen geführt und bereits einen Markt- und Eröffnungszeitrahmen ins Auge gefasst. Doch scheinbar ist die risiko- und kostenreiche Expansion ins chinesische Marktumfeld – mit seinen regulatorischen Eigenheiten und unberechenbaren Herausforderungen – im Vergleich zur Erweiterung innerhalb Europas zurzeit einfach die pragmatischere Variante. Die Entscheidung passt auch ins Bild: Andere westliche Einzelhändler berichten immer wieder von unerwarteten Hürden oder Rückschlägen im Fernen Osten. Nach meiner Internetrecherche sind vor allem geopolitische Unsicherheiten, zunehmende Marktregularien und logistische Herausforderungen entscheidende Bremsklötze für ausländische Investoren. Müller stellt klar, dass die China-Pläne keineswegs dauerhaft ad acta gelegt wurden, sondern lediglich auf Eis liegen – wenn sich der Wind dreht, könnte das Projekt wieder Fahrt aufnehmen. Inzwischen bleibt das Wachstumspotential in Osteuropa im Fokus.

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