Münchens neuer Oberbürgermeister: Krause betont Zusammenarbeit mit Söder und sieht Nachholbedarf bei Diversity

Dominik Krause, künftig Münchens Oberbürgermeister, sieht in der Kooperation mit Ministerpräsident Markus Söder einen Schlüssel für eine erfolgreiche Stadtpolitik.

heute 13:59 Uhr | 5 mal gelesen

"Mir kommt es wirklich darauf an, dass sich Stadt und Freistaat gegenseitig nicht misstrauisch beäugen, sondern gemeinsam nach vorne schauen. Wo ich Markus Söder jetzt unbedingt herausfordern müsste, ist nicht mein Stil", betonte Krause und schob nach, dass er vom bayerischen Ministerpräsidenten bislang noch kein Glückwunschtelefonat erhalten habe. Allerdings sei er optimistisch: "Der Kontakt wird nicht lange auf sich warten lassen – aus welcher Ecke das Gespräch dann kommt, ist letztlich zweitrangig." Offen äußerte Krause sich zum Thema Gleichstellung: Der Landtag hinke hinterher, besonders beim queeren Aktionsplan. "Dass Bayern da bisher als einziges Bundesland leer ausgeht, ist peinlich und zeigt, dass etwas passieren muss", so der 35-Jährige. Seine Haltung zu sozialen Medien bleibt nüchtern: "Man muss als Politiker nicht jeden Happen ins Internet stellen. Mein Privatleben gehört weiterhin mir, nicht in die Insta-Story." Krause hatte sich am vergangenen Wochenende in der Stichwahl gegen Dieter Reiter von der SPD behauptet und ist im Stadtrat derzeit noch als zweiter Bürgermeister aktiv.

Der frisch gewählte Oberbürgermeister Dominik Krause setzt in München auf Zusammenarbeit statt Konfrontation, besonders mit Ministerpräsident Markus Söder. Er empfiehlt insbesondere mit Blick auf den Rückstand bei der Umsetzung eines queeren Aktionsplans mehr Initiative seitens Bayerns. Krause, selbst ehemaliger zweiter Bürgermeister, will seine Privatsphäre trotz seiner neuen Rolle schützen und sich in den sozialen Medien nicht ins Schaufenster stellen. Laut aktuellen Medienberichten (z. B. auf der Website der SZ und auf taz.de) sind die Beziehungen Münchens zur Landesregierung traditionell von politischer Rivalität geprägt – ein kooperativer Ansatz könnte also tatsächlich einen Stilbruch und einen neuen politischen Kurs andeuten. Interessant ist, dass erste Stimmen aus der Grünen-Fraktion bereits betonen, dass sie sich von Krause eine aktivere Rolle in landesweiten Themen wie Klimaschutz und Integration erwarten. Die Wahl von Krause wird in verschiedenen Medien außerdem in den Kontext der bundesweiten Schwäche der SPD gesetzt, wodurch sein Sieg als Signal für einen Richtungswechsel in Bayerns Kommunalpolitik interpretiert wird.

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