Eine kurze, nüchterne Zahl voraus: 35,16 Millionen Menschen ab 14 Jahren hören werktäglich ARD-Radio – kaum weniger als zuvor (zum Vergleich: ma 2025 Audio II meldete 35,341 Millionen). Ein fast unerschütterliches Plateau angesichts aller digitalen Konkurrenz.
Stabilität bleibt augenfällig: Mit insgesamt 52,90 Millionen täglichen Radiohörerinnen und -hörern bleibt das Medium eine echte Macht – 74,5 Prozent der Bevölkerung schalten regelmäßig einen Sender ein. Ob morgens verschlafen im Bad oder bei der Autofahrt durch den Stau, irgendwie klingt Radio immer noch nach Zuhause. Überraschend? Eigentlich nicht.
Parallel wächst das digitale Audio-Angebot rasant: Fast jeder zweite Deutsche hat inzwischen mindestens einen Podcast ausprobiert, 10,5 Prozent hören sogar täglich. Podcasthören ist längst kein Nischending mehr – und scheint für viele ein fester Tagesbaustein geworden zu sein.
Die ARD zieht Konsequenzen: Seit März 2026 steht allen ARD-Fans mit 'ARD Sounds' eine neue, zentrale Audio-Plattform zur Verfügung, am Rechner genauso wie auf dem Smartphone. Wer nicht mehr zwischen Dutzenden Apps und Webseiten wechseln will, findet hier (angeblich) alles auf einen Klick.
ARD-Audio-Konferenz-Vorsitzender Jan Weyrauch formuliert es fast pathetisch: „Die Leute, die Radio lieben, bleiben uns treu – egal ob UKW, Internetradio oder Podcast. Mit ARD Sounds bündeln wir unser ganzes Angebot, damit überall, immer und für jeden was dabei ist.“ Ein bisschen klingt das, als wollte man sich und anderen versichern: Die Zukunft des Hörens läuft und läuft und läuft, irgendwie wie ein VW-Käfer der Medienwelt.
Wichtig noch: Die Media-Analyse (agma) wertet zweimal jährlich Werterhebungen und technische Nutzungsdaten aus, gestützt auf Befragungen, Online-Dokumentationen und Empfangs-Logbüchern. Repräsentiert wird damit die gesamte deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren – immerhin über 71 Millionen Menschen. Hinter der agma stehen übrigens öffentlich-rechtliche UND private Anbieter sowie deren Vermarkter und die Werbewirtschaft. Oldschool trifft Zukunft auf ganzer Linie.
Die ma 2026 Audio I zeigt, dass die ARD mit rund 35,16 Millionen täglichen Hörenden weiterhin eine dominante Rolle im deutschen Radiomarkt innehat. Obwohl es eine minimale Abnahme gegenüber der Vorgängeruntersuchung gibt, bleibt das klassische Radio mit einer Reichweite von über 74 Prozent ein Massenmedium ersten Ranges. Podcasts und digitale Audioservices wie 'ARD Sounds', das eine zentrale Plattform für die öffentlich-rechtlichen Audioinhalte bildet, gewinnen kontinuierlich an Bedeutung – fast jeder zweite Deutsche hat bereits einen Podcast gehört, und deren Integration in den täglichen Medienkonsum setzt neue Akzente für die zukünftige Audionutzung.
Neuere Recherchen zeigen außerdem, dass neben der stabilen Hörerbasis von Radiosendern die Rolle von Personalisierung und algorithmengestützten Audio-Diensten zunimmt. Gerade jüngere Zielgruppen wechseln häufiger zwischen klassischen UKW-Programmen und Internetstreams, wobei die Verfügbarkeit von On-Demand-Inhalten als besonders attraktiv wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass die Werbewirtschaft zunehmend gezielt digitale Formate für Kampagnen im Audiomarkt entdeckt – ein wesentlicher Faktor für die nachhaltige Entwicklung des Segments.