UN-Experten malen ein düsteres Bild: Der Mangel an ausländischer Unterstützung, insbesondere finanzieller Art, verschärft die sowieso schon schwierige Lage der Bevölkerung. Volker Türk, der UN-Menschenrechtschef, drückt es mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Bitterkeit aus: Als ob die Bewohner Myanmars nicht ohnehin schon von ihrem eigenen Militär genug durchgeschüttelt worden wären, stolpern sie nun auch noch in die Vergessenheit der Weltöffentlichkeit. In manchen Landesteilen ist das Geld für Schutzmaßnahmen so ziemlich das Einzige, was die Menschen tatsächlich noch schützt – zumindest ein wenig. Türk betont, dass das rapide Versiegen dieser wenigen Hilfen das Leiden nur noch unerträglicher macht.
Die bittere Vorgeschichte: 2021 hat Myanmars Armee mit einem Putsch die Gewalt übernommen, seither gleicht das Land einer Krisenzone. Bürgerkrieg, Tausende von Toten, Millionen auf der Flucht. Manche Regionen liegen faktisch nicht mehr in der Hand der Regierung, sondern werden von bewaffneten Rebellen kontrolliert. Und während die Welt sich öfter wieder abwendet, bleibt humanitäre Aufmerksamkeit eine Mangelware.
Nach Auswertung des aktuellen UN-Berichts sind es mindestens 702 Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, die in Myanmar in den sechs Monaten rund um die umstrittenen Wahlen ihr Leben verloren. Die meisten Toten gehen auf das Konto von Luftangriffen des Militärs, das seit dem Putsch 2021 das Land mit harter Hand führt und sich dabei immer wieder gegen eigene Bürger wendet. Internationale Organisationen warnen davor, dass das rapide Nachlassen von Hilfe und Aufmerksamkeit nicht nur mehr Menschenleben kosten, sondern den bereits bestehenden Bürgerkrieg weiter anheizen könnte. Angesichts der eskalierenden Gewalt und gezielten Ausgrenzung oppositioneller Stimmen droht Myanmar weiter in Isolation und Leid zu versinken. Recherchen in aktuellen Medien zeigen: Die Lage spitzt sich laut Berichten deutscher und internationaler Nachrichtenseiten weiter zu – dabei verhallen die Hilferufe oft ungehört.