Nachruf auf Dr. Alfred Bayer: Die Hanns-Seidel-Stiftung gedenkt ihres langjährigen Vorsitzenden

München – Die Hanns-Seidel-Stiftung meldet den Tod von Dr. Alfred Bayer, der die Geschicke der Stiftung als Vorsitzender zwischen 1994 und 2004 prägte. Der frühere Staatssekretär, im Alter von 93 Jahren verstorben, hinterlässt tiefe Spuren.

heute 19:09 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal trügt einen das Gefühl, Menschen wie Dr. Alfred Bayer hätten für immer zu bleiben. Gestern nun, ganz leise, kam die Nachricht: Der ehemalige Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung lebt nicht mehr. Rückblickend wird deutlich, wie stark Bayers Handschrift das Wirken der Stiftung bestimmte: internationale Projekte in Ländern wie Peru oder Kroatien, ganz zu schweigen vom Bau des Konferenzzentrums in München, den er persönlich anstieß. Markus Ferber, gegenwärtiger Vorsitzender, formulierte sichtlich bewegt: „Mit Dr. Alfred Bayer verliert die Stiftung weit mehr als einen Vordenker – er war unser Begleiter, Mutmacher, ein steter Ratgeber.“ Bayer blieb bis ins hohe Alter eng verbunden, zuletzt als Ehrenmitglied und oftmals als stiller Mentor. Der Zeitpunkt der Trauerfeier in St. Bonifaz bleibt bis auf weiteres offen; vielleicht passt es sogar zu einem Menschen, der große Taten eher still vollbrachte. In Bayers Amtszeit fiel zudem die Schaffung des Franz Josef Strauß Preises, den 1996 erster Henry Kissinger erhielt – ein Prestigeprojekt. Parallel leitete er das bayerische Energieunternehmen Isar-Amperwerke und setzte als frühere Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium bundespolitische Akzente. Und wie es so ist mit solchen Persönlichkeiten: ein paar Fragen werden wohl ungelöst bleiben, aber sein Wirken ist unübersehbar.

Dr. Alfred Bayer, Jahrgang 1930, prägte sowohl die Hanns-Seidel-Stiftung als auch die bayerische und bundesdeutsche Politik jahrzehntelang. Seine Initiativen umfassten u.a. den Ausbau der politischen Bildung im Osten Deutschlands nach der Wiedervereinigung und die Stärkung internationaler Partnerschaften, darunter die Förderung zivilgesellschaftlicher und demokratischer Strukturen in der Mongolei und Peru. In den Nachrufen der letzten Stunden betonen Weggefährten Bayers Mischung aus Weitblick, Pragmatismus und leiser Beharrlichkeit – selten Eigenschaften, die so reibungslos in einer Person zusammenkommen, und das in einer Zeit schnellen politischen Wandels.

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