KI als Dienstleister, nicht als Macher – das klingt erstmal nach Zukunftsmusik, ist aber für Radiomenschen spätestens ab Frühling 2026 handfeste Realität. In der gesammelten Abend- und Nachtstrecke der ARD Popwellen, wie beispielsweise hr3, NDR 2 oder SWR3, wird es dann das geben, was viele im Stau oder beim Wettercheck auf dem Heimweg bislang vermisst haben: Informationen, zugeschnitten aufs eigene Sendegebiet, auch wenn eigentlich nur eine Person für Millionen zuhört. Dazu nutzen die Sender ein KI-System, das Daten verarbeitet und Text in Sprache übersetzt – jeweils im Tonfall der bekannten Moderationsstimmen (man mag sich vorstellen, wie die Technik wohl nach all den Hits heimlich einen eigenwilligen Akzent probt). Die Nachrichten selbst stammen jedoch mitnichten aus der Hand der Maschinen: Sorgfältig sortiert, geprüft und zugeordnet wird weiterhin von den Redaktionen, die sozusagen die Wächter in der Signalkette bleiben.
Kurios und beruhigend zugleich: Die KI bekommt klare Zügel angelegt – sie schöpft keine eigenen Inhalte und improvisiert nicht, stattdessen liest sie genau das vor, was Menschen vorbereitet haben. Sollte beispielsweise ein Falschfahrer auf der Autobahn gemeldet werden, springt die menschliche Moderation sofort wieder ein – hier gibt es also keine Experimente aus dem Algorithmus-Labor. Dass Datenschutz und Transparenz an oberster Stelle stehen, ist offiziell garantiert: Jeder Durchlauf hat seinen erklärenden Verweis, die Stimmklone wurden eigens entwickelt und werden streng überwacht. Entwickelt haben das System übrigens SWR und WDR in enger ARD-interner Zusammenarbeit.
Wer sich fragt, wo das Ganze zu hören ist: Seit Anfang 2025 senden acht dieser Popwellen zusammen abends und nachts – made in Baden-Baden, von SWR3 produziert. Die Mischung aus Popmusik, Nachrichten, Service und mitunter kuriosen Interaktionen mit dem Publikum bekommt mit der neuen Technik einen zusätzlichen Servicekick. Für die einen Routine, für die anderen ein recht faszinierender Schritt ins Morgenradio.
Ab März 2026 können Hörerinnen und Hörer von hr3, rbb 88.8, MDR JUMP, NDR 2, Bremen Vier, SR 1, SWR3 und WDR 2 in den gemeinschaftlichen Abend- und Nachtsendungen erstmals regionale Verkehrs- und Wetterhinweise empfangen. Möglich macht das ein KI-gestütztes System, das speziell auf die jeweiligen Sendegebiete zugeschnittene Durchsagen automatisiert, aber mit menschlicher Kontrolle bereitstellt – Texte stammen stets von erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren, die künstliche Stimme liest sie lediglich vor. Laut aktuellen Medien berichten Experten, dass die ARD mit dem Schritt nicht nur Service für Millionen Hörer effizienter gestaltet, sondern auch die redaktionelle Sorgfalt sowie Datenschutz und Transparenz konsequent wahrt. Ergänzend zeigen aktuelle Veröffentlichungen, dass der KI-Einsatz im Rundfunk europaweit zunimmt, wobei insbesondere Themen wie Qualitätssicherung, Transparenzpflichten und Wartung der menschlich-technischen Balance oft diskutiert werden.