Neue Wege im Klassenzimmer: Lehrkräfte fordern mehr Bewegungsfreiheit und flexible Lernumgebung

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Frontalunterricht am Pult war gestern – die meisten Lehrkräfte in Deutschland sehnen sich nach mehr Freiheit von Tafeln und Bildschirmen. Damit rücken Sitzordnung, Interaktion und innovative Technik ins Rampenlicht des Lernens.

heute 12:45 Uhr | 2 mal gelesen

Erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit die Sitzordnung bislang für das Lernergebnis bekommen hat. Laut der von Epson beauftragten Umfrage sieht mehr als jede*r Dritte bei Schüler*innen in den hinteren Reihen ein höheres Ablenkungspotenzial – und viele Lehrende nehmen regelmäßig Veränderungen im Sitzplan vor, um dem entgegenzusteuern. Interessant: Die große Mehrheit wünscht sich, nicht ständig an Tafel oder Bildschirm gebunden zu sein, sondern flexibler und näher an den Schüler*innen unterrichten zu können. Fast die Hälfte der Befragten fordert bessere IT-Ausstattung – allerdings nicht in Form von Standard-Flachbildschirmen, sondern eher innovative Lösungen wie Projektoren, die das Lernmaterial für alle sichtbarer machen. Überhaupt herrscht Konsens: Das Steuerung des Unterrichts von überall im Raum wird zum Wunsch, um die Aufmerksamkeit gleichmäßiger zu verteilen und Störungen zu reduzieren. Die Studie, erhoben von Focaldata im Auftrag von Epson Europe, befragte 1.624 Pädagog*innen aus mehreren europäischen Ländern, darunter 200 Stimmen aus Deutschland. Entstanden ist eine Momentaufnahme, wie rasant sich Lehrer*innen neue technische Möglichkeiten und eine wendigere Lehrerrolle wünschen – und wie wenig das Klassenzimmer von heute noch den alten Vorstellungen entspricht. Vielleicht ist es Zeit, wirklich umzudenken.

Die Umfrage von Epson bringt ans Licht, dass viele Lehrkräfte die traditionelle Fixierung auf Tafel und Bildschirm als hemmend empfinden. Es scheint, als ob die Forderung nach flexibleren, technologiegestützten Klassenzimmern ein echtes Bedürfnis ist – immerhin glauben 72 Prozent der Befragten, dass physische Ungebundenheit das Engagement im Klassenraum verbessert. Inzwischen bestätigen auch aktuelle Medienberichte den Trend hin zu aktiveren, selbstgesteuerten Lernmethoden und mehr technischer Vielfalt: Laut einer Analyse der Süddeutschen Zeitung experimentieren mehrere Bundesländer mit mobilen Endgeräten, flexiblen Sitzmöbeln und digitalen Tools, um die Beteiligung auch leistungsschwächerer Schüler*innen zu steigern (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Auf taz.de wird berichtet, dass immer mehr Schulen ihr Raumkonzept umgestalten, Lerninseln und offene Gruppenarbeit fördern, statt starrer Sitzreihen (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). Die FAZ wiederum hebt hervor, dass durch mobile Präsentationstechnik auch Lehrkräfte motivierter unterrichten und zeitgemäße Lernprozesse einfacher umgesetzt werden können (Quelle: [FAZ.net](https://www.faz.net)). Insgesamt ergibt sich ein Bild, in dem nicht nur Schüler*innen, sondern besonders auch Lehrerinnen und Lehrer auf mehr Flexibilität, Mitsprache und technische Unterstützung drängen – eine Entwicklung, die wohl kaum mehr aufzuhalten ist.

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