Es ist schon merkwürdig: Deutschland diskutiert über Haushaltssanierung, spart an jeder Ecke – und schiebt gleichzeitig potenzielle Steuereinnahmen zur Seite, weil Nikotin Pouches weiterhin in einer Grauzone existieren. Nach einer aktuellen Berechnung vom Consumer Choice Center könnten legalisierte und besteuerte Nikotinbeutel Jahr für Jahr mehrere Hundert Millionen Euro bringen, perspektivisch sogar fast eine Milliarde. Fred Roeder, Mitverfasser der neuen Analyse, spricht es offen aus: 'Der Schwarzmarkt blüht, der Staat schaut zu – das ist Unsinn.' Kollege Bill Wirtz verdeutlicht: 'Wir haben echte Nachfrage, aber keine ernsthafte Regulierung. Während Legislatur und Behörden den Ball flach halten, fehlen Budgets, die dringend gebraucht würden.' Dass Politik manchmal mit angezogener Handbremse agiert, ist ja nichts Ungewöhnliches – aber hier zeigt sich das besonders deutlich.
Was ließe sich mit zusätzlichem Steuergeld anfangen? Ein Blick auf die Zahlen: Mit etwa 500 Millionen Euro ließen sich zum Beispiel 30 Prozent des Bundeszuschusses zum Deutschlandticket decken – oder, für Freunde des Straßenbaus, 20 bis 90 Kilometer neuer Autobahnen, je nach Aufwand. Das Hauptproblem bleibt aber: Der Trend geht ohnehin schon weg von klassischen Zigaretten (inzwischen werden nur noch halb so viele geraucht wie 1991) und hin zu Alternativen wie E-Zigaretten, Liquids und eben Nikotin Pouches. Trotzdem hält man am Flickenteppich der Illegalität fest. Mehr als ein Lückenfüller: Legalität wäre ein Rückgewinn an Kontrolle, Steuerehrlichkeit und Jugendschutz.
Abschließend die Kernforderungen der Studienmacher: Deutschland braucht endlich gültige Regeln – mit einem transparenten Steuersystem, klarem Jugendschutz und dem Willen, Innovationen nicht ins Schattenreich abzuschieben. Übrigens: Die Hochrechnungen basieren auf realen Nutzungszahlen, Verkaufspreisen und vergleichbaren Steuermodellen etwa aus Schweden, Italien oder Österreich. Ein Blick über die Landesgrenze könnte also nicht schaden.
Wer nach Details sucht, wird übrigens auf der Website des Consumer Choice Center fündig – und ja, die Ansprechpartner reagieren auch auf Zuschriften. Manchmal hilft reden eben mehr als wegschauen.
Angesichts stagnierender oder sogar sinkender Tabaksteuereinnahmen verschärft sich auch der mediale Ruf nach neuen Ansätzen, wie etwa der Legalisierung und Besteuerung von Nikotin Pouches. In mehreren Berichten großer Medien wird die rapide Zunahme alternativer Nikotinprodukte beleuchtet – mit Fokus auf verbesserte Jugendschutzkontrollen, neue Regulierungsmodelle und finanzielle Chancen. In anderen europäischen Ländern zeigt sich, dass ein regulierter Markt nicht nur Steuerlücken schließt, sondern auch die Innovationsfähigkeit im Bereich risikoreduzierter Produkte fördert.
Neuere Medienberichte (Beispiel: ZEIT, FAZ, Süddeutsche) weisen allerdings auf politische Widerstände hin: Die Ampel-Regierung kann sich nach wie vor nicht auf eine einheitliche Linie einigen. Dabei wächst der Verkaufsdruck internationaler Hersteller, weil Nachbarländer wie Österreich bereits mit eigenen Modellen punkten. Warnungen mehren sich davor, dass ohne klare Vorgaben ein 'Lebensmittel-Nikotin-Gemisch' in der rechtlichen Grauzone verbleibt, was sowohl Verbraucher- als auch Staatsschutz schwächt.