Queermentor Role Model Awards 2026: Vielfalt, Mut & Vorbilder in Berlin geehrt – mit Riccardo Simonetti, Armin Morbach und weiteren starken Stimmen

Berlin/Heidelberg – Unter dem Motto ‚Zeichen setzen und sichtbar machen‘ wurden gestern Abend im Herzen Berlins die diesjährigen Queermentor Role Model Awards verliehen. Bereits zum zweiten Mal kürte die Initiative Queermentor 25 queere Persönlichkeiten und Unterstützer*innen, die sich unermüdlich für Inklusion, Chancengerechtigkeit und Diversität in Arbeitswelt und Gesellschaft einsetzen. Geehrt wurden etwa Riccardo Simonetti oder Armin Morbach – doch hinter der Bühne wirkten zahlreiche stille Revolutionär*innen aus Wirtschaft, Politik, Aktivismus. Gastgeberin: Drag-Queen Rachel Intervention, mit prominenter Unterstützung und einer eindringlichen Rede von Schirmherrin Bärbel Bas.

heute 10:00 Uhr | 4 mal gelesen

Menschen sichtbar machen, Haltung zeigen, Räume öffnen – so fassen viele wohl den Spirit der Queermentor Role Model Awards zusammen. Dafür braucht es nicht zwangsläufig die große Bühne; häufig sitzt Veränderung im Alltag, leise, aber beständig. Pavlo Stroblja, der Gründer von Queermentor, bringt es auf den Punkt: Die Auszeichnung würdigt besonders jene, die mit Engagement und Integrität Veränderungen anstoßen und queeres Empowerment fördern – selbst, wenn niemand Beifall klatscht. Zu Beginn richtete Bärbel Bas, Bundestagspräsidentin und Sozialministerin, per Grußwort das Augenmerk auf die schwierige Lage für queere Menschen weltweit – insbesondere für trans* und nicht-binäre Menschen. "Akzeptanz ist kein Selbstläufer, und jeder von uns trägt Mitverantwortung – ob bei Familienfeiern, im Job oder auch öffentlich, wenn es heikel werden kann", betonte sie. Solche Preise setzen Zeichen; sie sind eine kleine Bastion für Demokratie. Unter anderem durfte die Queerbeauftrage Sophie Koch die Awards an Riccardo Simonetti und Armin Morbach überreichen. Simonetti meinte danach, die Ehrung aus den eigenen Reihen sei für ihn ein besonderer Moment – in Zeiten, wo queere Sichtbarkeit leider alles andere als selbstverständlich sei. Auch Armin Morbach betonte: Ein Role Model muss nicht perfekt sein, sondern Durchhaltevermögen und Haltung zeigen, besonders dann, wenn es unbequem wird. Die Liste der Preisträger*innen liest sich wie ein Querschnitt durch Wirtschaft, Medien, Kunst sowie Aktivismus: von CEOs wie Lionel Souque (REWE Group), über Journalist*innen, Kreativdirektor*innen, Sportvereinsaktivist*innen, bis hin zu Social Media Machern wie Fabian Grischkat. Die Entscheidungen traf eine bunt gemischte Jury, zusammengesetzt aus Vertreter*innen von Unternehmen, NGOs, LGBTIQ+-Netzwerken und Politik. Funfact am Rande: Alle Ausgezeichneten sind nun automatisch auf europäischer Ebene für das EPBN Role Models Programm nominiert – ein Netzwerk, das queere Erfolgsgeschichten international noch sichtbarer machen will. Denn: Sichtbarkeit schafft Zugehörigkeit. Wer außerhalb des Mainstreams mitgestaltet, gibt oft auch anderen Mut, sie selbst zu sein. Wie sagte Morbach sinngemäß: Erst sehen wir uns, dann erkennen wir, dass wir echt dazu gehören. Abschließend noch ein Wort zur Organisation hinter den Awards: Queermentor gGmbH steht für 1:1-Mentoring, Workshops und Networking. Ihr Anspruch? Begegnungsräume schaffen, die sich nach Inklusion und nicht nach Abgrenzung anfühlen. Mitgliedschaft ist übrigens kostenlos – nachahmenswert, wie ich finde. Weitere Infos gibt’s unter queermentor.org.

Die Queermentor Role Model Awards 2026 haben erneut 25 Menschen aus der queeren Community sowie verbündete Allies ausgezeichnet, deren nachhaltiges Engagement für Vielfalt und gerechtere Chancen einen echten Unterschied macht – sei es durch öffentlich sichtbare Initiativen oder im stillen Alltag. Die diesjährigen Awards fanden vor dem Hintergrund einer polarisierten gesellschaftlichen Lage statt, in der Akzeptanz für queere Lebensweisen international im Rückschritt begriffen ist. Damit sollen neue Rollenvorbilder geschaffen werden, die Mut machen, Haltung einzunehmen – und die queere Community in die Breite der Gesellschaft tragen. Neuere Berichte bestätigen, dass queere Sichtbarkeit und die Stärkung von LGBTIQ+-Rechten in vielen Ländern spürbare Rückschläge erleiden; in Deutschland sorgt u.a. die Debatte um ein neues Selbstbestimmungsgesetz für teils hitzige Kontroversen (Siehe Berichte auf faz.net und spiegel.de). Gleichzeitig ist Deutschland auf EU-Ebene aktiv, setzt im Rahmen des neuen Aktionsplans für LGBTIQ+-Gleichstellung neue Förderstrukturen in Kraft, fördert „Safe Spaces“ und engagiert sich für Antidiskriminierung im Beruf. Noch ist die Situation jedoch volatil, wie jüngste queerfeindliche Vorfälle im öffentlichen Raum zeigen. Aktivist*innen, Preisträger*innen und Partner*innen betonen daher, wie wichtig lokale Projekte und Vorbilder für Alltagsakzeptanz, Netzwerke und Selbstbewusstsein sind.

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