Hin und wieder passiert das im Fußball: Ein Star nimmt das Spiel in die Hand, aber am Ende stechen auch eher ungewöhnliche Momente hervor. Norwegen war im Aufeinandertreffen mit dem Irak klarer Favorit. Dass Erling Haaland mit einem Doppelpack glänzt, dürfte niemanden überraschen – trotzdem war die Art, wie er seinen ersten Treffer erzielte, typisch Haaland: Wuchtig, entschlossen, fast schon beiläufig nach einer schnellen Seitenverlagerung. Kurz darauf folgte der Ausgleich – Aymen Hussein schien einen Moment lang sämtliche norwegische Verteidiger zu vergessen und köpft zum 1:1 ein, als hätten die Iraker nie wirklich zurückgelegen wollen. Kurz vor der Pause dann ausgerechnet ein Patzer: Iraks Verteidigung zaudert beim Rückpass, Haaland schaltet schneller als alle anderen und macht eiskalt das 2:1 – da gab es nicht mal den Anschein von Skrupel.
Nach dem Wechsel blieb’s ein zähes Ringen – bis der frisch gekommene Leo Östigard im Strafraum des Irak nach einer Ödegaard-Ecke goldrichtig steht. Sein Kopfball zum 3:1 verstärkte das norwegische Selbstbewusstsein, während beim Irak ein wenig die Luft raus war. Trotz aller Bemühungen der Iraker, noch einmal ranzukommen, passierte vor allem eines: Norwegen verteidigte geduldig, und dann – als die Nachspielzeit schon fast vorbei war – setzt Aymen Hussein den kuriosen Schlusspunkt: Eigentor, 4:1. Fußball kann manchmal wirklich seltsame Geschichten schreiben.
Norwegen setzte sich mit 4:1 gegen den Irak bei der Fußball-WM durch. Haaland war einmal mehr der Unterschiedsspieler, aber auch Fehler und ein Eigentor des irakischen Teams prägten die Partie. Interessant: Norwegen überzeugte nicht durch ständiges Offensivfeuer, sondern vor allem durch Effizienz und cleveres Defensivspiel – auch in der norwegischen Presse wurde das Spiel als Paradebeispiel dafür bezeichnet, wie man bei internationalen Turnieren Ruhe behält und geduldig auf seine Chancen wartet.
In anderen Artikeln rund um die WM wurde thematisiert, dass gerade vermeintliche Außenseiter für Überraschungen sorgen könnten: Teams wie Japan oder Marokko bekamen dabei besondere Aufmerksamkeit. Kritisch hinterfragt wird hingegen bei taz und TheLocal.de die Rolle von Schiedsrichterentscheidungen in den ersten WM-Tagen – so gibt es bereits Diskussionen über VAR-Einsätze und deren Auswirkungen auf den Spielfluss. Außerdem: Die Süddeutsche schrieb, dass bei dieser WM auffallend viel Wert auf die Defensive gelegt wird, was zu einer Reihe torarmer, aber taktisch spannender Spiele führte.