Notfallmedizin ohne Lücken: Wie Bundeswehr und Zivilgesellschaft den Ernstfall proben

Bonn – Im Rahmen der großangelegten Übungsreihe QUADRIGA 2026 stemmt die Bundeswehr mit 'Medic Quadriga' im März ihr bislang umfangreichstes Sanitätsmanöver seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Ziel dabei: Die Bundeswehr will nicht nur ihre Einsatzbereitschaft in Krisen demonstrieren, sondern auch gemeinsam mit dem zivilen Gesundheitswesen ihre Handlungsfähigkeit in Ausnahmesituationen auf die Probe stellen – von der Front bis zur Klinik.

heute 13:23 Uhr | 5 mal gelesen

Mit der neuen Übungsinitiative QUADRIGA 2026 bündelt die Bundeswehr verschiedene nationale Trainingsformate, um ihre Fähigkeiten in unterschiedlichsten Lagen auf der Höhe der Zeit zu halten. Entscheidend ist hierbei der reibungslose Ablauf der medizinischen Rettungsketten – von der schnellen Erstversorgung im Auslandseinsatz bis zur weiterführenden Behandlung direkt in deutschen Krankenhäusern.

Wie läuft die Übung ab?

'Medic Quadriga' setzt erstmals an sämtlichen Gliedern der Rettungskette an. Es beginnt mit der Behandlung von Verwundeten im Einsatz (diesmal simuliert in Litauen), reicht über die medizinische Evakuierung per Luftwaffe inklusive Versorgung während des MedEvac-Fluges, und endet mit der Übergabe an deutsche Kliniken samt ziviler Koordination. Das ist ambitioniert – 1.000 Soldaten sind eingebunden, darunter 200 Verletztendarsteller mit täuschend echten Verletzungsmustern.

Am etwa improvisierten 'Patienten-Hub' namens ExpoCenterAirport am BER-Flughafen werden Patienten erfasst, verteilt und für den Weitertransport vorbereitet. Wichtig: Alles läuft in enger Abstimmung mit lokalen Behörden und Rettungsdiensten aus Berlin und Brandenburg ab.

Keine Sorge für Anwohner

Die Bundeswehr betont, dass es sich um eine reine Übung handelt, bei der Verletzungen nur gespielt und keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht. Wer am BER militärische Aktivitäten oder ungewöhnlich viel Blaulicht sieht, braucht sich also keinen Kopf zu machen – das ist Training, kein Ernstfall.

Zivil und Militär müssen zusammenspielen

Erst wenn Bundeswehr und zivile Gesundheitsdienste verzahnt agieren, funktioniert die Rettungskette in der Realität. Ein recht pragmatischer Gedanke, der aber in Krisenzeiten über Effektivität und Durchhaltevermögen entscheidet – und genau darum geht es bei 'Medic Quadriga'.

Mehr Infos – auch zu weiteren Übungen im Cluster – gibt es fortlaufend hier: Medic Quadriga 2026

Mit 'Medic Quadriga', der bislang größten Sanitätsübung der Bundeswehr seit Beginn des Ukraine-Krieges, wird erstmals die komplette Rettungskette – vom Einsatzort im Ausland bis zur Versorgung in deutschen Krankenhäusern – mit realistischer Intensität trainiert. Dabei liegt das Augenmerk ganz klar auf der engen Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Rettungseinheiten, denn nur so lässt sich im Notfall eine funktionierende Versorgungskette gewährleisten. Neuere Recherchen zeigen, dass die Bundeswehr damit gezielt auf zunehmende internationale Spannungen und die gestiegene Erwartung an Bündnisverteidigung reagiert; Parallel dazu betonen Experten, dass der Praxisabgleich zwischen Militär und Zivilstrukturen insbesondere bei Großschadenslagen im Inland immer wichtiger und komplexer wird.

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