Ohne Hochglanzfassade zum Erfolg: Wie ehrliche Arztpraxen das bessere Personal finden

Bensheim – Ärztemangel in den Praxen ist kein Geheimnis. Annoncen bringen kaum noch Bewerbungen oder locken Kandidaten an, die weder fachlich noch menschlich passen. Oft fehlt das Gespür für eigene Stärken und Unterschiede – und so scheitern Praxen an sich selbst, statt am Markt.

heute 11:51 Uhr | 1 mal gelesen

Verblüffend, wie sich heutzutage Praxis-Anzeigen gleichen – fast wie Copy & Paste, oder? Da liest man von Flexibilität, einem schicken Arbeitsplatz, super Teamspirit und Fortbildungen. Aber ehrlich: Diese Worte haben längst ihren Glanz verloren. Für Jobsuchende verschwimmt so alles im Einheitsbrei.

Floskeln statt Realität?

Viel zu selten erfährt man das, was wirklich zählt: Wie läuft’s im Alltag? Welche Konflikte oder skurrilen Situationen prägen die Dynamik? Wie ehrlich ist das Miteinander? Die Begriffe „familiär“ und „wertschätzend“ sind schön – aber ohne lebendige Beispiele bleibt ein großes Fragezeichen zurück. Kein Wunder, wenn Bewerber skeptisch bleiben.

Wer aber wirklich punkten will, sollte seine eigene Rolle klarer beschreiben. Es geht eben nicht nur um Titel und Zeugnisse. Welche Werte treiben das Team an? Wie gehen sie mit Stress – oder sogar Fehlern – um? Ein bisschen Selbstreflexion tut an diesem Punkt wirklich gut. Oft ist der Blick nach innen die eigentliche Arbeit: Was treibt mein Team an? Wie handle ich Situationen, die wir lieber verschweigen? Nur, wer das für sich selbst beantworten kann, versteht auch, was Bewerber bewegt.

Mein Tipp: Erzählen Sie von einem typischen (oder auch mal chaotischen) Praxistag. Beschreiben Sie, wie das Team mit Veränderungen umgeht, wie Entscheidungen fallen. Es müssen keine Heldengeschichten sein. Im Gegenteil – gerade Alltagspannen schaffen Nähe.

Authentizität schlägt Werbung

Glaubwürdigkeit ist alles. Wer einen ehrlichen Einblick gibt, gewinnt Sympathie. Pauschale Aussagen wie „toller Teamgeist“ helfen kaum. Berichte aus echten Situationen, kurze Interviews mit Mitarbeitenden oder spontan gedrehte Handyvideos wirken viel mehr. So sehen Interessenten, wie es wirklich zugeht. Natürlich muss man das regelmäßig pflegen und nicht nur dann, wenn mal wieder ein Platz frei wird. Kontinuität zahlt sich da aus. Stimme, Ausstrahlung, Mimik – das ist ehrlicher als jedes Hochglanzfoto. Und hey, wenn mal was schiefgeht: ruhig zeigen! Das baut Unsicherheiten ab.

Der Große Praxistest: Hält die Wirklichkeit?

Vom ersten Kontakt an erzählen Sie eine Geschichte. Aber kommen die neuen Kollegen nach der Einstellung auch in dieser Story an? Jede kleine Diskrepanz – sei sie noch so winzig – fällt auf. Deshalb lieber ehrlich sein. Besser Geständnisse als Enttäuschungen.

Ein guter Onboarding-Prozess, ein Pate oder ein digitales Lernpaket helfen, Unsicherheiten gleich zu Beginn aus dem Weg zu räumen. Wichtig ist: Das, was draußen versprochen wird, muss im Team auch gelebt werden. Das klingt einfach, ist aber wohl die größte Hürde.

Fazit: Zum eigenen Stil stehen

Personalgewinnung ist kein Bauchladen. Wer sichtbar macht, was die eigene Praxis besonders (oder herrlich normal!) macht, gewinnt am Ende die passenden Menschen. Mut zur Ehrlichkeit zieht jene an, die wirklich Lust auf das Team und die Arbeit haben. Also, keine Maskerade mehr – lieber Mut zur eigenen Kante!

Kontakt & mehr Infos: Nicolas Klose von Klose Consulting hilft, wenn der ganz eigene Stil im Bewerbungsgeschehen noch fehlt. www.kloseconsulting.de Bei Interesse einfach melden.

Arztpraxen kämpfen vielerorts mit akuten Personalengpässen, was nicht nur Nerven, sondern auch die Qualität der Versorgung kostet. Der Hauptfehler: Bei Stellenanzeigen fehlt meist das Individuelle, Authentische; stattdessen dominieren austauschbare Phrasen. Nach meiner Recherche ist das Problem bundesweit aktuell in Diskussion: Einige Neuigkeiten zeigen, dass kleinere Praxen mittlerweile digitale Recruiting-Methoden einführen oder sogar gezielt auf TikTok oder Instagram setzen, um junge Fachkräfte anzusprechen. Außerdem werden vermehrt Mentoringprogramme und 'Open Days' organisiert, damit Interessierte tatsächlich erleben, wie das Praxisteam tickt. Besonders spannend: Studien der Bundesärztekammer betonen, wie sehr Glaubwürdigkeit und echte Einblicke die Zahl und Qualität bewerbender Personen steigern – ein Trend, der nun selbst große Klinikverbünde erreicht.

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