Olympiafieber in Deutschland: Millionen verfolgen Wintersport und Livestreams reißen Rekorde

München – Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina sind vorbei – und ein ganzes Land hat mitgefiebert. Während der Übertragungen im Ersten saßen etwa 40 Millionen Menschen vor den Bildschirmen. Auch digital brachen die Zuschauerzahlen sämtliche Rekorde: Über 85 Millionen Videoabrufe allein während der Olympia-Zeit weisen auf ein stark gewachsenes Interesse hin.

heute 12:00 Uhr | 5 mal gelesen

Wenn der Winter Einzug hält und Sportlerinnen und Sportler um Gold, Silber und Bronze kämpfen, scheint hierzulande ein kollektives Miterleben zu beginnen. Axel Balkausky, ARD-Sportkoordinator, bringt es auf den Punkt: Nach wie vor spielt das klassische Fernsehen bei Live-Events eine bedeutende Rolle, aber die digitale Welt holt massiv auf. Plötzlich sind Sportarten gefragt, die sonst kaum einen Kläger hätten – curlende Frauen, eleganter Eiskunstlauf und das knirschende Geräusch von Reifen auf Schnee. Im Durchschnitt schauten sich 3,14 Millionen Menschen die Wettkämpfe im Ersten an – schlicht enorm, mit einem Marktanteil um die 23 Prozent. Spannend: Gerade die Jüngeren sorgten für kräftigen Schwung, besonders die 14- bis 29-Jährigen, von denen immerhin ein Drittel dabei war. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Livestreams und Mediatheken solche Zuschauer-Magneten werden könnten? Tatsächlich wählten über 65 Millionen Nutzerinnen und Nutzer die parallelen Livestreams – und als wäre das nicht genug, gab es zusätzlich mehr als 20 Millionen Aufrufe der Zusammenfassungen und Analysen. Es sind diese Momente, an denen alles still steht: Das deutsche Rodel-Duo Wendl/Arlt holt Bronze – beinahe sieben Millionen waren dabei. Noch mehr verfolgten den Dreifacherfolg der deutschen Zweierbob-Fahrer, und beim Goldflug von Philipp Raimund war das Staunen förmlich zu greifen. Die höchste Olympia-Einschaltquote gab es kurioserweise beim Biathlon-Frauen-Massenstart – sportlich zwar nicht vergoldet, aber mit einem gigantischen Marktanteil. Olympia lebt von Vielfalt: Von den Publikumslieblingen wie Biathlon und Skispringen bis zu Sportarten, die aus dem Schattendasein heraus einmal ins Rampenlicht treten dürfen. Auch der Hörfunk war rührig – 13 Stunden live pro Tag, 900 Radiogespräche, Geschichten, Nachrichten – sogar alte Radiosüchtige dürften eingeklinkt gewesen sein. Bemerkenswert: Erstmals führten BR und MDR im Verbund Regie, was offenbar die Effizienz steigerte und Neuland im gemeinsamen Arbeiten bedeutete. Als Zuschauer weiß man das zwar kaum, aber vielleicht merkt man es an der Qualität – oder auch an den Synergien, mit denen öffentlich-rechtliche Sender Richtung Zukunft marschieren. (Und, kleine Fußnote am Rande: 350 Millionen Abrufe in den sozialen Medien! Da kann Netflix eigentlich nur noch staunen.)

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina haben in Deutschland eine beachtliche Zuschauerresonanz ausgelöst. Neben den enormen Reichweiten im klassischen Fernsehen wuchs vor allem der digitale Konsum rasant: Mit mehr als 85 Millionen Videoabrufen und 350 Millionen Social-Media-Views stellte die ARD Mediathek neue Rekorde auf. Die Zusammenarbeit zwischen BR und MDR markierte eine organisatorische Premiere und sorgte für innovative Produktionswege. Internationale Berichte zeigen, dass sich auch im Ausland das digitale Nutzerverhalten stark verändert – etwa durch neue Apps und interaktive Features (wie zum Beispiel AR-Elemente), die die olympische Erfahrung erweitern. In der aktuellen Debatte um öffentliche Medien wird zudem diskutiert, wie das digitale Angebot kontinuierlich weiterentwickelt werden sollte, um jungen Zielgruppen etwas zu bieten und ihre Aufmerksamkeit länger zu halten. Die hervorragende Akzeptanz von Livestreams und On-Demand-Angeboten bei Olympia dürfte künftig das Programmgestalten weit stärker prägen als früher.

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