Optimismus und Unsicherheit: Junge Erwachsene wollen Verantwortung, fühlen sich politisch aber vernachlässigt

Eine frische Studie der Privaten Bausparkassen zeigt: Die Mehrheit der 16- bis 24-Jährigen in Deutschland blickt mit Hoffnung auf ihr Leben, sehnt sich nach Wohneigentum und sorgt sich doch um Altersarmut und fehlende politische Berücksichtigung.

heute 08:35 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn sich 1.001 junge Menschen öffentlich äußern, horcht man als Älterer erst mal auf. Die Ergebnisse der Erhebung vom Verband der Privaten Bausparkassen sind erstaunlich vielschichtig: Während fast 60 Prozent der 16- bis 24-Jährigen hoffnungsfroh nach vorn schauen, liegt ein Schatten auf den Sorgen um Altersarmut und gesellschaftliche Unsicherheiten. Die Lust, anzupacken, scheint greifbar: Zwei Drittel glauben fest daran, dass Eigeninitiative tatsächlich die eigene Situation verbessern kann. Wirklich faszinierend ist der beinahe schon klassische Wunsch nach einem eigenen Dach über dem Kopf – gut vier Fünftel träumen von den eigenen vier Wänden. Doch gerade da hakt es bei der Umsetzung, wie Verbandschef Christian König beklagt: Wer nicht erbt oder familiär unterstützt wird, steht häufig vor einer großen Hürde. Der Blick der jungen Leute auf die Politik ist irgendwie doppelbödig. Sie schätzen die Demokratie, doch in der Realität fühlen sich viele – zu Recht? – übersehen. Dass 70 Prozent ernsthaft politisches Interesse haben, hätte ich im Alltagstrubel kaum vermutet, und doch wird das politische Handeln derzeit kritisch betrachtet. Besonders aufmerksam bin ich bei der Angst vorm Scheitern der Altersvorsorge geworden: Hier nennt König ganz direkt die Notwendigkeit, neue Wege zu Vermögensbildung und Vorsorge zu eröffnen. Und: Auch wenn das klassische Mietdasein an Reiz verliert, stammen die größten Motivationen für Eigentum aus einem Wunsch nach persönlicher Freiheit und Sicherheit, nicht nur aus schnöden Zahlen. Die Studie ist aufschlussreich und vielleicht – trotz aller diffusen Ängste – auch ein leiser Appell, die Zukunft der jungen Leute ernsthaft mitzudenken.

Die Studie der Privaten Bausparkassen unter jungen Erwachsenen in Deutschland zeigt: Trotz Dauerkrisen, Inflation und einer kriselnden Weltlage blickt die Mehrheit dieser Altersgruppe optimistisch auf ihren eigenen Werdegang. Eigentum ist – noch immer – ein zentrales Ziel, aber die Angst vor Altersarmut steigt, insbesondere bei jungen Frauen (über 70 Prozent). Zugleich wächst Frust darüber, dass politische Entscheidungen als zu wenig an den Bedürfnissen der jungen Generation orientiert erlebt werden. Interessanterweise berichten viele Medien aktuell von einer steigenden politischen Mobilisierung junger Wähler und einer neuen Wohnraum-Initiative auf Bundesebene, die darauf abzielt, Eigentumsbildung stärker zu fördern. Zusätzlich verweisen zahlreiche Analysten gerade auch auf die mentalen Belastungen der Jugend im Kontext von Klimakrise, wirtschaftlicher Unsicherheit und der Zunahme digitaler Desinformation. Neue Regierungsprojekte wie das „Junge Wohnen“-Programm werden in den Medien breit diskutiert, können aber bisher die Skepsis der Betroffenen nicht komplett ausräumen.

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