Ostern auf den Spuren des Christentums in der Türkei erleben

Istanbul – Obwohl das einstige Konstantinopel spätestens nach seiner Einnahme durch die Osmanen überwiegend muslimisch geprägt wurde, ist das christliche Erbe in Anatolien nach wie vor spürbar. Gerade zu Ostern zieht es Pilger aus aller Welt in die Türkei, ins Ursprungsland des frühen Christentums. Ob Iznik in Bursa, bekannt für prägende Konzilien, oder Kappadokien mit seinen verborgenen Höhlenkirchen – überall finden sich Wege, das Osterfest auf historische Weise zu würdigen.

heute 09:59 Uhr | 3 mal gelesen

Spirituelle Wege beginnen mitten in Istanbul

Die imposante Hagia Sophia, heute zwischen Kirche und Moschee changierend, war lange Zeit das spirituelle Zentrum der christlichen Welt. Genau an diesem Ort tagte das 7. Ökumenische Konzil. Von hier lässt sich ein Spaziergang entlang der alten Stadtmauern unternehmen, vorbei am römischen Theater und geheimnisvollen Nekropolen wie Hisardere, wo eine Freske von Jesus als 'guter Hirte' entdeckt wurde.

Iznik – natürlich, historisch, impulsiv

Im Schatten des Iznik-Sees, nur einen Katzensprung von Istanbul entfernt, verbergen sich Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Hier wurde auf dem Ersten Konzil von Nicäa das Osterdatum festgelegt, eine Entscheidung, die Christen weltweit bis heute begleitet. Wer nicht nur Geschichte, sondern auch Natur mag, findet Kanutouren und Radwege – und kann den traditionellen, noch aktiven Fliesenmanufakturen einen Besuch abstatten.

Die Sieben Gemeinden der Offenbarung

Fast das ganze Gebiet der heutigen Türkei war einst von christlichen Gemeinden durchzogen. Die Sieben Kirchen des Johannes in Ephesus, Izmir, Manisa und Denizli sind heute immer noch als archäologische Stätten erlebbar. Ideal entdeckt man sie – aus meiner Sicht – per Mietwagen: Ruinen, Olivenhaine, quirlige Dörfer wechseln sich ab und lassen keinen Zweifel an der tiefen Geschichte dieser Erde. Selbst Gourmets kommen auf ihre Kosten, wenn sie in Urla nahe Ephesus moderne Küche und lokale Weine probieren.

Kappadokien – unter der Erde ein Wunder

Fast surreal wirkt die Landschaft Kappadokiens – und spätestens beim Besuch der unterirdischen Städte ahnt man, wie raffiniert sich frühe Christen hier versteckten. Labyrinthische Keller, reich bemalte Kirchen, geprägt von den Heiligen Basilius oder Gregor, lassen Geschichte förmlich mit Händen greifen. Und: Die uralte Weinkultur hier, von Mönchen gepflegt, lebt noch heute in kleinen Kellereien weiter.

Mit Paulus quer durch Anatolien

Wer sich auf den Spuren des heiligen Paulus bewegt, begegnet nicht bloß Steinen, sondern der Urszene des christlichen Glaubens. Zwei Wegvarianten führen ab Perge oder dem Köprülü-Canyon, treffen sich dann in Adada und enden in Yalvaç. Unterwegs lohnt ein Halt an der St.-Nikolaus-Kirche in Demre – ein Ort, der still und würdevoll von einer anderen Zeit erzählt.

Bilder: https://docs.tga.gov.tr/gb7srhlr

Die Türkei bietet, durchzogen von historischer und spiritueller Bedeutung, zu Ostern zahlreiche Möglichkeiten, das christliche Erbe auf einmalige Weise zu entdecken. Orte wie Istanbul, Iznik, Kappadokien oder die Sieben Gemeinden laden auf unterschiedlichste Weise dazu ein, die Ursprünge des Osterfestes neu zu begreifen. Überall begegnet man der bewegten Geschichte, lebendigen Traditionen und – nicht zu vergessen – landestypischer Küche und faszinierender Landschaft. Nach aktueller Recherche: Die taz berichtet ausführlich, wie die religiösen Identitäten in der Türkei zum Osterfest gerade unter jungen Menschen einen überraschenden Wandel erleben und wie Begegnungen zwischen Ost und West im Alltag für neue Impulse sorgen (Quelle: https://taz.de). Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass Kappadokien als Pilgerort noch immer wächst und wie sich heimische Winzer gezielt auf christliche Traditionen berufen, um authentische Erlebnisse für Reisende zu bieten (Quelle: https://www.sueddeutsche.de). Die Deutsche Welle beschreibt in einem längeren Artikel, wie die Hagia Sophia im Spannungsfeld zwischen religiösem Symbol und touristischem Magnet steht und wie Christen zum Osterfest trotz politischer Hürden an ihren Bräuchen festhalten (Quelle: https://www.dw.com).

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