Pantisano: 'Milliardäre gehören abgeschafft' – Linken-Parteitag setzt auf radikale Töne

Luigi Pantisano, der als künftiger Vorsitzender der Partei Die Linke gehandelt wird, fordert entschlossen das Aus für Milliardäre und kündigt Widerstand gegen soziale Kürzungen an.

vor 40 Minuten | 1 mal gelesen

Die Aussage von Luigi Pantisano klingt wie eine politische Kampfansage – Milliardäre abschaffen? Ja, das meint er tatsächlich ernst, wie er in einem Interview mit der 'Rheinischen Post' betont hat. Sein erklärtes Ziel: Arbeiterinnen und Arbeiter organisieren und gemeinsam gegen gesellschaftliche Ungleichheit und die „Abzocke“ der Wohlhabenden vorgehen. Mir fällt dabei auf, wie selten Parteiführung so offen zugibt, dass ihnen ein direkter Draht zu den Menschen an den Werkstoren bisher fehlt. Pantisano redet zwar davon, mit Betriebsräten und Gewerkschaften in Kontakt zu sein, aber irgendwie klingt da auch Frust durch – als würde die Linke bisher an ihren eigenen Zielen vorbeilaufen. Auch bemerkenswert: Für Pantisano ist die AfD die größte Gefahr für den Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung. Ein starker Spruch, aber ehrlich gesagt – was kommt danach? Es bleibt abzuwarten, wie sehr sich die Linke wirklich stärker in den Betrieben verankern kann. Am Wochenende treffen sich die Delegierten jedenfalls zum Parteitag in Potsdam – und dort soll unter anderem auch die Führungsspitze neu bestimmt werden. Es könnte also tatsächlich eine Zäsur für die Partei werden.

Mit Luigi Pantisano an ihrer Spitze will Die Linke scheinbar kompromisslos in die Offensive gehen: Weg mit den Milliardären, ran an das große Vermögen – so die Parole. Pantisano betont, dass die Partei vor allem bei Arbeitnehmern viel Nachholbedarf hat: Sie müsste sich stärker organisieren, zuhören und aus der Lebensrealität der Beschäftigten lernen. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass die Linke mit diesem Kurs ganz bewusst auf Konfrontation zum politischen Mainstream und zu geplanten Sozialreformen setzt. Erst vor wenigen Tagen hatte Die Linke bekräftigt, Reichtum höher zu besteuern und Vermögen stärker umzuverteilen, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Der bevorstehende Parteitag in Potsdam gilt als entscheidend für die programmatische und organisatorische Ausrichtung: Ob es der neuen Führung gelingt, wieder mehr Wählerinnen und Wähler aus den Arbeiter- und unteren Einkommensschichten an sich zu binden, ist offen. Interessant ist dazu auch die Entwicklung anderer Linksparteien in Europa, von denen einige ähnliche radikale Ansätze verfolgen und dabei auf Widerstände wie auch auf Erfolge stoßen.

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