Mit dem GKW-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden Gehaltserhöhungen für Pflegekräfte ungleich behandelt: Nur tarifgebundene Träger, also solche, die nach Tarif bezahlen, bekommen die Steigerungen voll ausgeglichen, während nicht tarifgebundene Pflegedienste leer ausgehen. Das sorgt für erbitterten Wettbewerb um ohnehin knappe Pflegekräfte und könnte kleine, nicht tarifgebundene Anbieter in Bedrängnis bringen oder sogar zum Aufgeben zwingen. Diverse Pflegeverbände und Experten kritisieren, dass das Gesetz ohne nachhaltige Strategie eingeführt wurde – zudem wächst der Druck auf die Bundesregierung, Konzepte zur umfassenden Finanzierung der Pflege und zur langfristigen Gewinnung neuer Fachkräfte vorzulegen; denn der demografische Wandel verschärft die Lage jedes Jahr weiter. Recherchen zufolge berichten viele Medien aktuell, dass Pflegekräfte bereits aktiv die Arbeitsstellen wechseln, um in tariffinanzierte Einrichtungen zu gelangen. Auch zeigen neue Berechnungen, dass bundesweit mehr als 30% der ambulanten Pflegedienste von der Ungleichbehandlung direkt betroffen sind. Die Politik steht daher vor der Frage, ob eine solche Spaltung wirklich zur nachhaltigen Stabilisierung des Systems beiträgt oder nur neue Baustellen eröffnet.
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