Preisverleihungen haben manchmal ein etwas steifes Image, als seien sie nur was für Insider – das Gegenteil war am 3. Januar in Hamburg zu spüren. Über 6.000 Fans, sämtliche Altersgruppen, unten im Saal wie auf den Rängen: Der Best of Poetry Slam Day zeigte, wie verbindend und elektrisierend Sprache sein kann. Florian Wintels, ohnehin kein Unbekannter in der Szene, wurde diesmal gleich zweifach jubelnd gefeiert: Den renommierten, mit 4.000 Euro dotierten Hauptpreis der Poetry Slam Awards sackte er ein – und schob abends noch den Publikumspreis hinterher. Die Jury, bestehend aus Sebastian 23, Lisa Jaspersen und Ko Bylanzky, hob besonders sein Gespür für Rhythmus, Humor und Wortakrobatik hervor – "ein Hit nach dem anderen, voll Energie, voller überraschender Ideen."
Nur am Rand: Julia Engelmann, der vermutlich die meisten Fernsehzuschauer seit ihren legendären Auftritten kennen, erhielt den Ehrenpreis – und begeisterte mit einem Auftritt zwischen Poesie und Performance. Ihr Einfluss wird von der Jury sowohl in Sachen Nachwuchs- und Medienarbeit als auch im Hinblick auf neue Zielgruppen gelobt. Ein weiteres Glanzlicht: Der Rising Star Award ging ans Nachwuchstalent Felix Treder, den das Publikum nach vorn klatschte.
Die Elbphilharmonie erhielt als Veranstaltungsort den "Held*innenaward" – ein kleiner Seitenhieb gegen den Trend, Poetry Slam in schlichte Clubs oder Kneipen zu verbannen. Apropos: Der Poetry Slam Award ist der bisher einzige deutschlandweit vergebene Slam-Preis – und das Best of findet immer Anfang Januar in Hamburg statt, nächster Termin: 2. Januar 2027. Wer wissen will, wie das aussieht: Auf der Website von "Kampf der Künste" gibt es Infos und weitere Termine. Und: Karten für 2027 gibt's bereits jetzt. Noch ein Wort: Diese Abende sind ein bisschen wie Silvester – fröhlich, laut, aber am nächsten Tag spricht man immer noch über einzelne Texte.
Die Poetry Slam Awards 2026 in der Hamburger Elbphilharmonie waren ein Fest der gesprochenen Sprache, geprägt von einer durchmischten, begeisterten Menge und einer emotional vibrierenden Atmosphäre. Besonders Florian Wintels erreichte mit seinem Doppelsieg – Jurypreis und Publikumspreis – einen Meilenstein, während Julia Engelmann als Ikone der Szene geehrt und Felix Treder als vielversprechendes Nachwuchstalent ausgezeichnet wurde. Neuere Berichte aus der Poetry Slam-Szene betonen außerdem die wachsende Professionalisierung der Szene, den anhaltenden Trend zu multimedialen Performances und zeigen, wie Slammer*innen soziale und politische Themen immer selbstbewusster aufgreifen. Zuletzt gab es in der Branche Debatten zur finanziellen und institutionellen Förderung junger Künstler*innen, sowie Überlegungen, Formate stärker für inklusivere Zielgruppen zu öffnen.