Premiere für neuartiges Medizinstudium: MSH-Absolventen feiern Abschluss im frischen Kooperationsmodell

Hamburg, Schwerin – Frischer Wind weht durch die medizinische Ausbildung: Der erste Jahrgang des privaten Medizinstudiums an der MSH Medical School Hamburg hat seinen Abschluss in Kooperation mit den Helios Kliniken Schwerin gemeistert. Nach sechs intensiven Praxisjahren präsentieren sich 43 junge Ärzte voller Tatendrang – und symbolisieren den Aufbruch einer praxisnahen Generation von Medizinern.

08.01.26 10:02 Uhr | 23 mal gelesen

Dort lernen, wo wirklich geholfen wird

Mit dem dritten Staatsexamen in der Tasche und dem Arzt-Zertifikat startklar, stehen die ersten Absolventinnen und Absolventen nun nicht nur für ein erfolgreiches Examen – sondern verkörpern gleichzeitig ein Studienkonzept, das klassische Universitätsmedizin mit klinischer Realität verknüpft. Die Premiere ist direkt mit der Zusammenarbeit zwischen der MSH Hamburg, Teil der IRO Group, und den Schweriner Helios Kliniken verbunden.

Pioniere mit exzellenter Leistung

Die Bilanz: Knapp die Hälfte erzielte beim dritten Staatsexamen eine sehr gute oder gute Bewertung. Robert Möller, Vorstand von Fresenius und Helios-CEO, ordnet diesen Erfolg so ein: 'Die Kooperation mit Helios steht für Ausbildungsqualität auf Spitzenniveau – und liefert frischen Schwung in die Branche.'

Ein Modell für die Zukunft?

Das neue Konzept setzt auf Abwechslung: Vorklinische Grundlagen in der Hamburger HafenCity – Fokus aufs Praktische im Helios-Komplex Schwerin. Helios sorgt für ein frühes Hereinschnuppern in echte Patientenarbeit. Wie Prof. Dr. Oliver Heese erklärt, ist so eine Partnerschaft auch wichtig für die Versorgung in der Region – und lockt junge Ärztinnen und Ärzte dahin, wo sie dringend gebraucht werden.

Der Start dieser Kooperation 2019 war ein Experiment. Bis heute wurden Abläufe, Inhalte und Lehrformate gemeinsam angepasst, verbessert, manchmal improvisiert. 'Dieser Abschlussjahrgang beweist, dass frische Modelle und starke Partner ein guter Mix sind', sagt Ilona Renken-Olthoff, Gründerin der IRO Group und Geschäftsführerin der MSH.

Mehr als ein Zertifikat

Bei der festlichen Zeremonie am 11. Dezember 2025 im Goldenen Saal in Schwerin waren auch politische Köpfe wie Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier dabei. Das Event war nicht bloß eine Examensübergabe – es markiert einen Schritt nach vorn für neue Wege in der ärztlichen Ausbildung und in der Sicherung zukünftiger Versorgung überall im Land.

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Über die IRO Group

Die IRO Group setzt auf Vielfalt: Von Forschungsinstituten und Lehrambulanzen über fünf private Hochschulen verteilt in Nord- und Ostdeutschland bis zu Management- und Wirtschaftsrecht-Studiengängen. Die MSH in der HafenCity wurde von Ilona Renken-Olthoff 2009 gegründet und zeichnet sich durch einen speziellen Ansatz aus – hier verschmelzen Fachhochschule und Universität zu einem breiten Gesundheitscampus.

Helios – Schwergewicht im Gesundheitsbereich

Helios als Teil von Fresenius ist eine imposante Größe: In Deutschland mehr als 80 Kliniken, dazu hunderte medizinische Zentren, jährlich Millionen behandelte Menschen – und eine klare Devise auf Qualität und Transparenz. Die Helios-Familie erstreckt sich auch nach Spanien und Lateinamerika und beschäftigt weltweit über 128.000 Beschäftigte. Umsatz 2024? Knapp 13 Milliarden Euro.

Der erste Durchgang des kombinierten Medizinstudiums an MSH Hamburg mit Helios Schwerin wurde erfolgreich abgeschlossen: 43 Absolventen legten alle drei Staatsexamina ab, wobei fast die Hälfte exzellente Noten erzielte. Das Modell verbindet wissenschaftlich fundierte Grundlagen in Hamburg mit praxisreicher Ausbildung in der Klinik Schwerin und stellt die Weichen für eine modernere, regionale Ärzteausbildung. Gerade vor dem Hintergrund des Mangels an medizinischem Personal in Deutschland ist dieses Angebot bedeutsam, um die Versorgung zu sichern und angehende Ärzte bereits früh an die Praxis heranzuführen. In aktuellen Berichten wurde zudem darauf hingewiesen, dass Reformen im Medizinstudium, wie sie hier erprobt wurden, bundesweit immer dringlicher diskutiert werden – vor allem angesichts des zunehmenden Hausärztemangels, der Überalterung im Gesundheitswesen und wachsender Urban-Rural-Gefälle. Tagesaktuelle Quellen loben die enge Praxisausrichtung und wünschen sich ähnliche Pilotprojekte bundesweit. Laut neuen Debatten über die Reform der Medizinausbildung fordern Fachleute eine flexiblere Studiengestaltung, die besser auf digitale Medizin, Patientenkommunikation und regionale Versorgung eingeht.

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