Prien kritisiert EU-Lohntransparenz – Nachverhandlungen geplant

Karin Prien, Deutschlands Bundesfamilienministerin von der CDU, äußert deutliche Vorbehalte gegenüber der aktuellen EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Sie stellt Nachverhandlungen auf europäischer Ebene in Aussicht. "Ich hätte das so noch nicht entschieden", verrät Prien gegenüber Politico.

heute 05:19 Uhr | 8 mal gelesen

Die Debatte um Gleichheit und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz bekommt neuen Zündstoff: Karin Prien steht der kürzlich beschlossenen Lohntransparenzrichtlinie der EU ausgesprochen skeptisch gegenüber. Ihrer Ansicht nach sollte die Richtlinie, wie sie aktuell aufgestellt ist, noch einmal gründlich überarbeitet werden – doch sie gibt sich realistisch. Mit anderen europäischen Ländern sei man zwar noch im Gespräch, aber sie glaube nicht so recht daran, dass die komplett wieder zurückgenommen wird. "Wir werden uns letzten Endes kaum um eine Umsetzung ohne Bürokratiemonster drücken können", kommentiert sie. Dennoch betont Prien, dass Deutschland konsequent Wert darauf legt, getroffene Absprachen einzuhalten – schließlich erwarte man dies auch andersherum von den europäischen Partnern. Es ist ein klassischer Spagat, zwischen Pragmatismus und europäischen Loyalitäten. Faszinierend daran: Obwohl Prien persönlich offenbar viel Kritik an der Vorgabe hat, sieht sie sich – als Teil einer europäischen Gemeinschaft – in der Pflicht, ein gewisses "Commitment" zu zeigen. Ehrlich gesagt, mir ist das fast zu pragmatisch, aber vielleicht muss Politik eben manchmal so sein – kompromissbereit und trotzdem kritisch.

Karin Prien fordert Nachbesserungen an der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die mehr Offenheit über Löhne bringen und damit Gehaltsunterschiede verringern soll. Sie kritisiert den drohenden bürokratischen Aufwand und befürchtet, dass die Ziele der Richtlinie ohne realistische Anpassungen den Betrieben eher zusätzliche Hürden als echte Verbesserungen bringen würden. Laut aktuellen Medienberichten (Juni 2024) gab es jüngst verstärkte Kritik aus mehreren EU-Ländern, weil besonders mittelständische Unternehmen eine unverhältnismäßige Belastung erwarten, gleichzeitig besteht aber breiter Konsens im Europäischen Parlament, dass mehr Gehaltstransparenz ein wirksames Mittel gegen den Gender-Pay-Gap sein kann – in Deutschland verdienen Frauen im Schnitt weiterhin 18% weniger als Männer. Ergänzende Details: Die Lohntransparenzrichtlinie der EU wurde im Frühjahr 2024 endgültig beschlossen und soll Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden verpflichten, Löhne offenzulegen und Gehaltsunterschiede zu begründen. Unternehmen, die nachweislich ungerechtfertigte Lohnunterschiede aufweisen, könnten künftig mit Sanktionen rechnen. Viele deutsche Arbeitgeberverbände warnen jedoch vor einem "Bürokratie-Tsunami", während das Europäische Parlament betont, dass nur mit Offenheit echte Gleichstellung entstehen kann.

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