Gerade wenn sich alles um Einsatzkonzepte, großangelegte Manöver oder die sprichwörtliche Einsatzfähigkeit der Bundeswehr dreht, ist jetzt Schluss mit Handy am Mann. Wer zu solchen Meetings muss, gibt – ein bisschen wie im Schwimmbad – das private Gerät im Schließfach auf dem Gang ab. Die Regel betrifft übrigens auch jene Büros, in denen als Verschlusssache markierte Akten aufbewahrt werden – also nicht nur heiße Besprechungen. Der Auslöser? Die altbekannte Angst vor Spionage – heutzutage trifft es mit digitalem Beigeschmack. Russischer Nachrichtendienste, so warnt das Ministerium, haben die Bundeswehr fest im Visier. Und China? Die, so steht es in der Verfügung, setzen gleich auf einen langen Atem in Sachen geheime Informationsbeschaffung. Irgendwie klingt das alles nach einem Agentenfilm – aber offenbar ist selbst die Realität mit Smartphones inzwischen mindestens ebenso gefährlich.
Das Verteidigungsministerium unter Boris Pistorius verschärft die Vorschriften deutlich: Private Mobilgeräte sind in Bundeswehr-Dienststellen mit hochsensiblen Informationen künftig verboten – ein Schritt, der direkt auf die gestiegene Spionagegefahr, vor allem aus Russland und China, reagiert. Angesichts mehrerer jüngster Enthüllungen über Cyberangriffe auf deutsche Behörden und militärische Kommunikation, wächst das Bewusstsein, dass ein laxer Umgang mit Handys fatale Folgen für die nationale Sicherheit haben könnte. Neben technischen Abhörmöglichkeiten durch scheinbar harmlose Alltagsgeräte rückt durch die geopolitisch aufgeheizte Lage generell die Resilienz deutscher Infrastruktur verstärkt in den Fokus.