R+V bleibt auf Erfolgsspur: Beitragswachstum und mutige Ziele

Die R+V Versicherung setzt ihren Wachstumskurs unbeirrt fort. Dank neuer Strategie wächst das Unternehmen 2025 kräftig, fordert jedoch entschlosseneres Handeln der Politik.

heute 11:45 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal frage ich mich schon, wie Versicherungen inmitten dieses ökonomischen Gegenwinds so kräftig zulegen können. Die R+V jedenfalls hat im ersten Jahr mit ihrer NextLevel-Strategie einen spürbaren Schub erlebt: Trotz trüber Großwetterlage und einer lahmenden deutschen Wirtschaft klettern die Beitragseinnahmen beachtlich. Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger sieht das Ziel, bis 2030 auf 25 Milliarden Euro Beitragsvolumen zu kommen, in greifbarer Nähe. Im Jahr 2025 wuchsen die Einnahmen insgesamt um 8,6 % auf 22,8 Milliarden Euro. Besonders stark zeigte sich die Lebens- und Pensionsversicherung – hier spülte vor allem das Geschäft mit Einmalbeiträgen viel Geld in die Kassen (plus 28,8 %). Aber auch klassisch laufende Verträge holten ein kleines Plus heraus. Blickt man nach Italien, sieht Assicurazioni nicht weniger rosig aus: Die Tochter Assimoco legt mit satten 21,5 Prozent zu, angetrieben durch gut funktionierende Partnerschaften mit genossenschaftlichen Banken. Ganz nebenbei knackte die R+V Krankenversicherung erstmals die Milliardenmarke bei den Beitragseinnahmen; eine kleinere Sensation am Rand, wenn man bedenkt, wie träge solche Sparten manchmal sein können. Man spürt: Die Mannschaft in Wiesbaden ist motiviert, die Strategie trägt, aber ohne politische Impulse und weniger Bürokratie geht es auch für einen Wachstums-Champion wie die R+V nicht unbegrenzt weiter. Besonders im Bereich der Kfz-Versicherung und der betrieblichen Altersvorsorge konnte R+V 2025 zulegen, was zeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit in dynamischen Märkten ist. Sicher, der Kurs stimmt – doch ob das Tempo zu halten ist, bleibt abzuwarten.

Die R+V Versicherung konnte sich 2025 trotz schwacher Konjunkturlage als Wachstumsgewinner etablieren. Getragen wurde das Plus vor allem vom Lebens-, Pensions- und Krankenversicherungsgeschäft sowie einem starken Kfz-Bereich; die neue Unternehmensstrategie NextLevel stellte sich als wirksam heraus. Kritisch merkt das Management aber an, dass die politischen Rahmenbedingungen – hier insbesondere die ausufernde Bürokratie und fehlende Reformen – einer noch positiveren Entwicklung im Weg stehen. Ergänzend lässt sich aus aktuellen Medienberichten entnehmen: Die deutsche Versicherungsbranche insgesamt trotzt aktuell der Stagnation, verzeichnet jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Während der Konkurrenzdruck speziell im Privatkundengeschäft wächst (Stichworte: Digitalisierung und Kostendruck), können Genossenschaftsversicherer wie R+V von ihrer engen Verankerung im Bankenverbund profitieren. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass unter anderem ESG-Regulierung und der Umbau des deutschen Rentensystems zu Herausforderungen, aber auch zu neuen Chancen für funktionierende Geschäftsmodelle werden.

Schlagwort aus diesem Artikel