'Es geht uns um technologische Souveränität, industrielle Wertschöpfung und letztlich den Schutz unserer Schlüsseltechnologien', so Kornelius recht nüchtern. Eine Übernahme steht aber noch auf wackligen Beinen: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat das letzte Wort. Kleingedrucktes gibt es ebenfalls: Der Anteil könnte wieder schrumpfen, Hauptsache, die Stimmrechte zwischen Deutschland und Frankreich bleiben ausgeglichen.
KNDS – aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter geboren – ist einer der Dickschiffe der Branche. Im Moment jedenfalls, so wirkt es, will Berlin die Verteidigungszukunft ein Stück selbst steuern.
Die Bundesregierung strebt eine 40-prozentige Beteiligung an KNDS an, um politischen und technologischen Einfluss zu sichern. Damit will sie die Kontrolle über strategisch wichtige Rüstungsproduktion, darunter den Leopard 2, auch längerfristig sichern, aber die endgültige Entscheidung bleibt beim Haushaltsausschuss. Hintergrund ist die strategische Bedeutung für die europäische Verteidigung – eine Reaktion auf aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen, darunter Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Forderungen nach europäischer mehr Eigenständigkeit in der Rüstungsindustrie. KNDS ist als Joint Venture aus Krauss-Maffei Wegmann (Deutschland) und Nexter (Frankreich) hervorgegangen. Im Zuge der Diskussion um Rüstungsexporte, Innovationsdruck und Fragmentierung in Europas Verteidigungsindustrie gilt der Einstieg auch als Signal für eine engere deutsch-französische Zusammenarbeit sowie einen Versuch, technologische Schlüsselbereiche in europäischer Hand zu halten. Medienberichte sprechen zudem von ambitionierten Zukunftsprojekten wie dem MGCS (Main Ground Combat System), das die Panzerflotten Europas revolutionieren könnte. Die Einigung gilt als Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung der deutschen Wehrfähigkeit und zur Sicherung von Industriejobs in Schlüsselbereichen.