Wenn Ferienzeit anbricht, steigt die Zahl der stundenlangen Autofahrten sprunghaft an. Mal ist der Weg zur Oma das Ziel, mal das Meer. Doch nicht jeder erlebt entspanntes Cruisen – übel wird’s vielen. Kinder trifft es oft, aber auch Erwachsene bleiben vor dem flauen Magen nicht verschont. Genauer hingeschaut: Typisch wird’s immer dann, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen verarbeiten muss. Während das Innenohr Kurven und Bremsen meldet, sieht das Auge manchmal rein gar nichts davon – etwa beim Schmökern im Buch oder dem Blick aufs Handy. Aus dieser kleinen Reizüberflutung wird schnell Reiseübelkeit. Übrigens: Wer vorne sitzt hat einen klareren Blick voraus und damit meist bessere Karten. Bei Kindern sollten jedoch passende Sitze und Größe beachtet werden.
Was hilft, wenn’s einen erwischt? Erstmal: Durchatmen. Kühle Luft ins Gesicht oder ein feuchtes Tuch im Nacken kann Wunder wirken – ein unspektakulärer, dafür effektiver Trick. Im Auto sollte möglichst wenig müffeln – Essensreste, starke Düfte oder Zigarettenrauch sind keine Freunde empfindlicher Mägen. Die Temperatur trägt auch ihren Teil bei: Nicht zu warm, besser mal lüften und Luft nicht direkt ins Gesicht pusten.
No-Gos: Wer schaut schon gern minutenlang aufs Handy oder Tablet? Gerade unterwegs ist das oft Gift, jedenfalls für den Magen. Stattdessen: Rausgucken, Landschaft zählen oder Kennzeichenraten. Hört sich altmodisch an, hilft aber. Übrigens gibt es für Technikfans von Apple und Android kleine Gimmicks, sogenannte Bewegungsindikatoren, die helfen können, den Sinneskonflikt beim Display-Schauen zu entschärfen.
Zur Ernährung: Nicht völlig nüchtern starten, aber ein schweres Frühstück ist auch nicht optimal. Trockenes Brot, Cracker oder milde Snacks gehen meist gut. Viele schwören auf ein Stück Banane oder ein bisschen Ingwer – als Tee, Kaugummi oder Bonbon. Wer auf Medikamente setzt: Gerade Kinder sollten sie nur nehmen, wenn alle anderen Mittel versagen, und dann bitte Arzt befragen. Diese Präparate können – bei Groß und Klein – schläfrig oder sogar gereizt machen.
Wenn es dann doch zum Malheur kommt, ist Ruhe die halbe Miete. Eine Tüte griffbereit, ansonsten nichts überstürzen. Auf keinen Fall unterwegs abschnallen. Nach dem Stopp: Frische Luft wirken lassen, reinigen, Wasser trinken, kleine Pause einlegen. Merkt man, dass Kinder zunehmend schlapp oder teilnahmslos werden, ab zum Arzt.
Checkliste gefällig? Die hat der Automobilclub ACV parat – und wer noch mehr Fragen hat, kann sich dort auch direkt melden.
Reiseübelkeit, medizinisch auch als Kinetose bezeichnet, tritt auf, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen von Auge und Gleichgewichtsorgan erhält. Aktuelle Studien und Erfahrungsberichte ergeben, dass kleine Snacks, kühle Luft und Ablenkung nach draußen wirksam helfen, während schwere Mahlzeiten und starke Gerüche möglichst zu meiden sind. Neuere Entwicklungen umfassen Apps, die Bewegung auf dem Display visualisieren, sowie Studien zur Wirksamkeit von Ingwerpräparaten, der mittlerweile in mehreren klinischen Untersuchungen eine positive Wirkung bei leichter Übelkeit zeigte. Für Eltern empfiehlt es sich, längere Fahrten in Schlafzeiten der Kinder zu legen, was das Risiko weiter senkt, zudem sollten Eltern bei Warnzeichen wie Austrocknung oder anhaltendes Erbrechen rasch einen Arzt aufsuchen. Recherchen der letzten Tage heben hervor, dass wiederkehrende Übelkeit im Auto auf längeren Reisen auch psychische Komponenten haben kann, wie Stress und Erwartungshaltung, und empfehlen spielerische Beschäftigung zur Ablenkung. Fachartikel auf einschlägigen Nachrichtenportalen berichten außerdem von neuen Forschungsergebnissen zu speziellen Reise-Apps, welche die Diskrepanz zwischen wahrgenommenen und gefühlten Bewegungen abmildern.