Ruhrgebiet bekommt Familienchaos: Drehstart für „Onkel Ruben und das Loch im Garten“

Köln – In Dortmund ist jüngst der erste Take gefallen: Die WDR/ARD-Familienserie „Onkel Ruben und das Loch im Garten“ erzählt, wie ein unberechenbarer Onkel das ruhige Leben einer Familie im Ruhrpott mächtig aus den Fugen bringt. Die sechsteilige Serie—mit prominenter Besetzung—wird Ende des Jahres in der ARD Mediathek starten.

vor 54 Minuten | 3 mal gelesen

Im Mittelpunkt steht Onkel Ruben (gespielt von Johannes Kienast), der nach Jahren des Verschwindens plötzlich wieder vor der Tür steht. Mit Halbwahrheiten und großen Versprechungen verstrickt er die Familie der neugierigen Teenagerin Mia (Purnima Grätz) in einen Strudel aus Lügen, Abenteuer und möglichem Kriminalfall: Angeblich besitzt Ruben brisante Informationen über zwielichtige Deals eines berüchtigten Bergbaukonzerns, für den die Familie seit Generationen schuften musste. Der Kern des Problems ist ein sagenumwobenes Stollensystem tief unter dem Ruhrgebiet – und angeblich ein sagenhafter Schatz. Während Mia sich vom Tatendrang ihres Onkels anstecken lässt, sieht ihr Vater Martin (Lucas Gregorowicz) die Rückkehr Rubens eher als Risiko als als Chance. Doch als plötzlich bedrohliche Gestalten vor dem Haus auftauchen und der Druck wächst, bleibt bald nur noch eins: zusammenhalten und Ruben helfen, damit nicht alle im Schlamassel landen. Mit dabei sind, neben den bereits genannten Hauptrollen, Gesichter wie Leonard Lansink („Wilsberg“), Josefine Preuß, Axel Stein, Minh-Khai Phan-Thi und weitere. Die Produktion verantwortet das Team von Sally Forth Cinema aus Dortmund im Auftrag des WDR unter der Regie von Marvin Litwak, der schon mit märchenhaften Stoffen wie „Das Märchen von der Zauberflöte“ in Erscheinung getreten ist. Gedreht wird hauptsächlich in Dortmund, dazu noch in Hagen und Recklinghausen – und zwar noch bis zum 30. Juli 2026. Wer Fragen hat, erreicht das WDR-Presseteam telefonisch oder per Mail (siehe oben).

Die neue Familienserie „Onkel Ruben und das Loch im Garten“ stemmt sich gegen gängige Serienklischees: Statt glatter Perfektion erwartet die Zuschauer Ruhrgebietsatmosphäre, Alltagschaos und ein spannendes Spiel mit Legenden vergangener Bergbauzeiten. Die überraschend komplexe Handlung verbindet Familienzusammenhalt, jugendlichen Entdeckerdrang und Gesellschaftskritik (etwa an alten Konzernen). Thematisch knüpft die ARD damit an die seit Jahren wachsende Nostalgie rund um das Ruhrgebiet an – viele Menschen verbinden mit der Industriekultur und dem Strukturwandel bis heute zwiespältige Gefühle. Im Netz wird die Serie für ihren Mut, auf regionale Themen und ambivalente Figuren zu setzen, gelobt. Zudem bietet der Cast eine erstaunlich dichte Mischung aus bekannten Fernsehgesichtern verschiedener Generationen. Zum Stichwort "ländliche Serien" und Ruhrgebiet haben jüngst auch andere Medien kritisch reflektiert, dass lokal verwurzelte Formate gerade einen Boom erleben, vermutlich als Gegenbewegung zum immer gleichen Streaming-Einerlei. Ein weiteres Plus: Das Format gibt auch jüngeren Darstellern Raum, sich in tragenden Rollen zu zeigen. In mehreren aktuellen Artikeln auf taz.de, dw.com und sueddeutsche.de wurde berichtet, dass deutsche Serienlandschaften sich öffnen für gesellschaftlich relevante Themen und regionale Schauplätze. Die ARD wolle mit Produktionen wie dieser neue Zielgruppen ansprechen, während Kritiker*innen gespannt auf den Umgang mit Ruhrgebiets-Klischees und multikultureller Lebensrealität blicken.

Schlagwort aus diesem Artikel