Rumänien greift durch: Schließung umstrittener Hundetötungsstationen nach Enthüllungen durch Doku-Team um Nathan Goldblat

Unterföhring – Der 5. März wurde von Jana Hoger von PETA als Wendepunkt für Rumäniens Straßenhunde bezeichnet. Was war passiert? Während die Reporter für die ProSieben/ Joyn-Sendung "Die Hunde-Mafia" (Sendetermin: 15. April, 20:15 Uhr) mit dem Tierschutz-Aktivisten @Nathan.Goldblat recherchierten, kamen Videoaufnahmen ans Licht, die erhebliche Missstände in einer privaten Tiertötungsstation belegten. Kurz darauf reagierte die rumänische Veterinärbehörde: Die Station wurde im Februar geschlossen, 200 Tiere anderweitig untergebracht, Anzeige erstattet. Im März folgten weitere Durchsuchungen, dabei wurde eine der größten Tötungseinrichtungen des Landes mit etwa 800 Hunden polizeilich durchsucht. Offenbar rollte die Aktion nach der Enthüllung an – ein Dominoeffekt, ausgelöst durch die monatelange, verdeckte Recherche des Teams um Goldblat und Tierärztin Emma Stratulat. Die Folge: Neue Debatte, Proteste und intensive Ermittlungen in Rumänien. Die komplette Geschichte – und wie das alles ans Licht kam – zeigt die Doku "Die Hunde-Mafia" Mitte April.

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"Die Hunde-Mafia" – Millionengeschäft auf Kosten der Tiere Rumänien sieht sich seit langem mit einem Straßenhundproblem konfrontiert. Die staatliche Antwort: massenhafte Einfangaktionen, enge Unterbringung und – sofern innerhalb von zwei Wochen niemand einen Hund adoptiert – Tötung. Pro Hund erhalten private Betreiber dieser Einrichtungen etwa 200 Euro, so dass das System lukrative Ausmaße annimmt. Nach Schätzungen von Tierschutzorganisationen wie PETA sind auf diesem Weg seit den 2000ern über eine Million Hunde getötet worden. @Nathan.Goldblat hat es sich – gemeinsam mit lokalen Verbündeten und prominenter Unterstützung – zur Aufgabe gemacht, die mafiösen Strukturen hinter diesem grausamen Geschäft offenzulegen und konkrete Hinweise sowie Beweise an die Behörden zu bringen. Seine Recherchen werfen ein neues Licht auf das Zusammenspiel aus Korruption, Profitinteressen und Gleichgültigkeit. Im Rahmen der Dokumentation werden Fälle dokumentiert, Rettungen organisiert und das Schicksal der Tiere direkt vor Ort verfolgt. Auch ein Auftritt in Brüssel steht auf dem Programm, um EU-Politiker:innen für Reformen zu gewinnen. Wer mehr erfahren will: Die Enthüllungen sind ab 15. April im TV und bei Joyn zu sehen.

Nach dem Bekanntwerden von Missständen in rumänischen Tiertötungsstationen, ans Licht gebracht durch Aufnahmen der Dokumentation "Die Hunde-Mafia" mit Nathan Goldblat, griffen die Behörden erstmalig konsequent durch. Es folgten die Schließung mehrerer privater Einrichtungen, Ermittlungen gegen Betreiber sowie Umsiedlung und Rettung zahlreicher Hunde. Zivilgesellschaft und Medien in Rumänien sowie international beobachten den Fall nun besonders aufmerksam; Tierschutzorganisationen fordern langfristige Reformen und nachhaltige tierfreundliche Lösungen. Zusätzlich berichten mehrere Medien aktuell, dass der öffentliche Druck Programmänderungen in Rumänien anstößt. Laut taz diagnostizieren Aktivisten schon länger mafiöse Strukturen im tierschutzrechtlichen System, während der Spiegel jüngst auf die Gesetzeslücken und das mit Hundetötungen verbundene Geschäftsmodell hinwies; die SZ wiederum analysiert, wie Influencer zur Mobilisierung beitragen und von Behörden neuer gesellschaftlicher Dialog gefordert wird.

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