Sally Özcan setzt sich im Netz für Frauenrechte ein

Baden-Baden – Als Influencerin und Back-Ikone positioniert sich Sally Özcan gegen Sticheleien und Oberflächlichkeiten im Netz. Mit klarem Ton bezieht sie Stellung für Frauen – und zeigt, wie man angemessen Grenzen zieht.

heute 14:05 Uhr | 5 mal gelesen

Es fängt oft leise an: Ein spitzer Kommentar, ein schnelles Urteil. Für Sally Özcan, die als schillernde Gestalt auf YouTube und Instagram bekannt geworden ist, haben solche Situationen bittere Alltagswürze. In der SWR3-Morningshow schildert sie, wie häufig sie im Netz sieht, dass vor allem junge Frauen auf Social Media kühl beurteilt werden – manchmal sogar von älteren Frauen, meist aber von Männern, und meistens geht es um Äußerlichkeiten. "Da kann ich oft nicht wegsehen", sagt Sally. Sie fühlt sich verpflichtet, nicht nur zuzuschauen, sondern aktiv einzugreifen, wenn durch Worte Grenzen überschritten werden. Dabei wählt sie ihre Kommentare mit Bedacht, so, dass sie niemanden bloßstellt, sondern eher zum Nachdenken anregt: "Es geht mir nicht darum, jemanden zu erziehen – eher darum, Missverständnisse zu korrigieren." Sie bringt es auf den Punkt: Im Internet herrscht keine Narrenfreiheit. Sally hält wenig davon, sich gegenseitig im Kommentarbereich zu piesacken – zu schnell wird dort aus Spaß Ernst. Überhaupt sollte man erstmal überlegen, wie es sich anfühlen würde, wenn fremde Menschen plötzlich das eigene Leben samt Aussehen sezierten. Solche Spiegelungen seien nötig, glaubt sie: Wer das eigene Verhalten hinterfragt, merkt oft gar nicht, wie verletzend Worte sein können. Es bleibt für sie dabei: Klare Linie, klare Kante. Die eigene Erfahrung? Sally bilanziert, dass sie im Netz meist verschont bleibt – doch sie kennt diese abwertenden Sprüche im Alltag, etwa wenn Männer meinen, Frauen dürften sich nicht am Grill sehen lassen. Ihre Antwort kommt prompt: "Warum nicht? Frauen gehören genauso an den Grill wie Männer ans Waschbecken. Ist doch logisch."

Sally Özcan, bekannt durch ihren erfolgreichen YouTube-Kanal, nutzt ihre Sichtbarkeit nicht nur für Kuchenrezepte, sondern auch, um öffentlichen Missständen in sozialen Netzwerken entgegenzutreten. Sie beobachtet immer wieder, wie junge Frauen wegen ihres Äußeren oder Verhaltens beurteilt werden – und setzt sich mit konstruktiven Kommentaren aktiv dagegen ein. Neuere Recherchen zeigen, dass Sallys Haltung auf eine steigende Bereitschaft bei anderen Influencerinnen trifft, sich gegen Cybermobbing zu wehren und in Workshops oder Aufklärungskampagnen gezielt Mädchen zu empowern; daneben fordern auch Organisationen wie "HateAid" und "#ichbinhier" schärfere Gesetze und mehr gesellschaftliche Sensibilisierung – allein im letzten Jahr sind laut jüngstem Bericht der European Union Agency for Fundamental Rights die Hasskommentare gegenüber Frauen in Deutschland weiter angestiegen.

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