Vor allem das Thema Fachkräfte aus dem Ausland ließ Klein nicht los. Für SAP seien nicht-deutsche Mitarbeitende – ob aus den USA, Indien, Skandinavien oder sonst woher – längst unverzichtbar. "Wir brauchen eben auch die Leute, die nach Deutschland kommen, sonst bricht uns mittelfristig was weg." Mit der AfD-Programmatik im Nacken, so Klein, könne man auch gleich ein dickes "Nicht Willkommen"-Schild an die Tür hängen. „Das wäre, ehrlich gesagt, ein katastrophales Signal.“
Das war übrigens noch nicht alles. Klein richtete sich explizit an die etablierten Parteien: Das politische Hickhack müsse jetzt mal in den Hintergrund treten, es ginge schlichtweg darum, zu handeln: "Was zählt gerade für unser Land?" Für ihn sind Wachstum und europäische Zusammenarbeit keine hohlen Phrasen, sondern unverrückbare Fundamente. "Bleiben wir als Wirtschaft stark und europäisch aufgestellt, gewinnen wir. Punkt." Ein Appell – wie aus dem Maschinenraum der industriellen Realität.
SAP-Chef Christian Klein sieht einen wirtschaftlichen Erfolg der rechtspopulistischen AfD als echtes Risiko für Deutschland – besonders, weil Unternehmen wie SAP auf internationale Talente angewiesen sind. In letzter Zeit verschärfen sich die Warnungen aus der deutschen Wirtschaft, dass ein weiterer Aufstieg rechter Politik die Offenheit für Zuwanderung und damit die Wettbewerbsfähigkeit massiv beeinträchtigen könnte. Auch in den Medien finden sich aktuell viele Berichte zur Sorge von Unternehmen vor wachsender Abschottung und fehlendem Mut zur digitalen Modernisierung, denn Deutschland kämpft weiter gegen Fachkräftemangel und digitale Rückstände, während politische Grabenkämpfe nötiges Handeln blockieren.