Schneider drängt auf neues Gesetz gegen Wegwerfmode

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) will mit einem neuen Gesetz Hersteller günstiger Einwegkleidung stärker in die Verantwortung nehmen und an den Kosten der Altkleiderentsorgung beteiligen.

heute 00:02 Uhr | 7 mal gelesen

Carsten Schneider, Bundesumweltminister und sichtlich genervt vom wachsenden Berg an Billigklamotten, stellte in einem Interview mit der 'Rheinischen Post' sein Vorhaben vor: Ein Textilgesetz, das der Flut von Fast-Fashion-Müll endlich einen Riegel vorschieben soll. Schneider fordert, dass alle, die in Deutschland Kleidung vertreiben, sich registrieren und finanziell an der sinnvollen Entsorgung beteiligen – ein Schritt, der die Preise solcher Artikel anheben dürfte. Mehr noch, die Einnahmen daraus sollen Recycling und Entsorgung endlich genügend Geld verschaffen. Der Gesetzesentwurf, so sein Plan, soll schon diesen Sommer auf den Tisch kommen. Die Lage ist ernst: Der bewährte Altkleiderkreislauf ist durch Billigmode völlig aus der Bahn geraten, die überall aufploppenden Altkleidercontainer quillen über und keiner will den Textilberg abnehmen. Schneider sorgt sich, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, wie groß das Problem tatsächlich ist – ein Berg aus schnellen Klicks und schnell entsorgtem Stoff. Eine echte Lösung sähe er darin, schlicht weniger von diesen preisgünstigen Online-Paketen – vor allem aus China – zu kaufen. Als Hebel hat die Politik, so Schneider weiter, nun auch einen EU-weiten Paketaufschlag von drei Euro eingeführt. Übrigens: Ein T-Shirt für fünf Euro, das unter fairen Bedingungen entstanden sein soll? Unmöglich, findet der Minister, und verweist auch auf die unhaltbaren Zustände in den Herkunftsländern der Klamotten.

Bundesumweltminister Schneider plant ein Gesetz, das Fast-Fashion-Hersteller zur Finanzierung der Altkleiderentsorgung verpflichtet, weil das bisherige System durch die Masse an Billigtextilien überlastet ist. Gleichzeitig wurde auf europäischer Ebene ein zusätzlicher Zoll von drei Euro pro Paket aus Nicht-EU-Ländern wie China beschlossen, um dem wachsenden Textilmüllproblem entgegenzuwirken. Schneider mahnt, dass Verbraucher oft nicht wissen, wie gravierend die ökologischen und sozialen Folgen von Fast Fashion sind, und betont, dass echte Nachhaltigkeit mit Billigpreisen in der Textilindustrie einfach nicht vereinbar ist. Zusätzlich legt die Recherche nahe, dass andere Länder ähnliche Regelungen diskutieren und die Diskussion über Lieferkettengesetze, bessere Recycling-Infrastrukturen und transparente Produktionsstandards Fahrt aufnimmt. Mehrere Medien berichten aktuell über politische Initiativen, die das Wegwerfproblem auf europäischer Ebene angehen, sowie über verstärkte Kontrollen gegen Greenwashing und fortgesetzte Umweltverschmutzung durch minderwertige Modeprodukte.

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