„Das geht schlichtweg nicht, das können wir auf gar keinen Fall zulassen“, so Schröder gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung', angesprochen darauf, ob Deutschland Militärhilfe leisten sollte, um den ebenfalls betroffenen Ölhandel durch die vom Iran blockierte Straße von Hormus wiederzubeleben.
Er sehe das Vorgehen der Amerikaner und Israelis äußerst kritisch: „Mich verzweifelt das. Das erinnert mich unangenehm an Vietnam – ein Krieg, der unmöglich wirklich zu gewinnen ist und in Wahrheit genauso ideologische Wurzeln hat.“ Die Standhaftigkeit einer religiösen Regierung werde nach all den Jahren gehörig unterschätzt, fügte er nachdenklich hinzu. „Für viele Iraner steht, platt gesagt, Gottes Stellvertreter zur Debatte – nicht bloß irgendein Zivilstaatschef.“
Schröder, der sich seit Jahren an hitzigen Diskussionen wegen seiner Russlandnähe und alter SPD-Streitigkeiten beteiligt, gab offen zu, dass auch er 2003 auf amerikanische Luftwaffenstützpunkte in Deutschland nicht verzichten konnte: „Meine Genossen wollten ein schärferes Nein – Flugbasis dichtmachen. Aber realistisch? Das hätte das Band zu den Amerikanern zerschnitten.“ So habe man zwar Flugplatz und Überflugrechte bereitgestellt, sich aber am Krieg selbst nicht beteiligt. Das sei, seiner Meinung nach, am Ende der wahre Unterschied gewesen.
Schröder hat, wie schon im Irakkrieg 2003, auch jetzt bei der Eskalation um den Iran-Konflikt klargestellt, dass Deutschland aus seiner Sicht nur begrenzt mitgehen kann: Keine Truppen, keine Waffen – auch wenn man amerikanischen Wunsch nach logistischer Unterstützung (wie Ramstein) selten ganz ignoriert. Interessant ist dabei, wie Schröder die ideologischen und religiösen Motive des Iran-Konflikts betont: Er sieht darin eine Art „heiligen Krieg“ auf Seiten Teherans, ähnlich verhärtet wie im Vietnamkrieg. Aus Neuer-Recherche: In aktuellen Debatten wird besonders viel über Deutschlands Rolle als Vermittler spekuliert, die Bundesregierung ruft zur Zurückhaltung auf und ihre Balance zwischen transatlantischer Solidarität und europäischer Eigenständigkeit gerät ins Zentrum der Debatte. In den neuesten Entwicklungen fordern Politiker von Grünen bis CDU teils deutlichere diplomatische Initiativen, aber auch striktere Kontrollen der Nahost-Politik – und es gibt Stimmen, die vor einer Eskalation durch Symbolhandlungen warnen (siehe u.a. ZEIT und FAZ).