Das Vergleichsportal bonus.ch hat jüngst eine landesweite Umfrage zu Mobilfunkgewohnheiten und -sicherheit durchgeführt, bei der über 3.500 Menschen mitmachten. Heraus kam, dass das Vertrauen vieler Nutzer in ihre digitale Selbstverteidigung ziemlich groß ist: Knapp 80 Prozent schätzen ihr eigenes Schutzniveau als hoch ein – 17 Prozent sogar als ausgesprochen gut.
Doch während ein Großteil der Befragten glaubt, dem digitalen Schmu ein Schnippchen schlagen zu können, bleibt die Realität widerspenstig: Ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer wurde schon einmal Opfer oder Ziel eines Handy-Betrugs (8 % tatsächlich zum Opfer geworden, 25 % wurden attackiert, aber kamen davon).
Kurios: Die Westschweiz sticht mit 36 % besonders hervor, während die Italienischschweiz mit nur 22 % eine deutlich geringere Quote aufweist. Außerdem zeigt sich ein deutlicher Altersunterschied: Jüngere fühlen sich meistens ziemlich sicher, während unter älteren Menschen das Gefühl, verwundbar zu sein, merklich zunimmt.
Interessant ist auch der Blick auf 5G: Viele stehen der neuen Technik eher skeptisch oder zurückhaltend gegenüber. So halten 38 % sie für wenig nützlich, während vor allem jüngere Leute und italienischsprachige Schweizer eher Nutzen darin sehen. Überall aber ist das klassische Roaming beim Reisen ins Ausland die Nummer eins – trotz aller technischer Alternativen wie eSIM oder lokale SIM-Karten bleibt Altbewährtes gefragt, zumindest bei den Älteren.
Junge Leute hingegen probieren gerne Neues aus: Unter den unter 30-Jährigen greifen immerhin 27 % zur eSIM oder physischen SIM-Karten der Länder, die sie besuchen. So viel also zur Moderne – manchmal hält eben doch die Gewohnheit Einzug in den Alltag.
Die aktuellen Umfrageergebnisse spiegeln ein paradoxes Bild wider: Während Schweizer Handynutzer fast schon stolz ihre IT-Kompetenz betonen, bleibt das Risiko für Betrug und digitale Tücken aber allgegenwärtig. Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann auf eine fiese Masche hereinzufallen, ist beachtlich, wie die Erfahrungen von jedem dritten Befragten zeigen. Unterschiede tun sich besonders hinsichtlich Alter, Sprachregionen sowie dem Umgang mit neuen Techniken wie 5G oder eSIMs auf. Zudem wurde in vielen Medien zuletzt über einen starken Anstieg von Phishing-Angriffen und betrügerischen SMS berichtet, die sich vor allem gegen ältere Nutzer richten. Laut einer Analyse von Swisscom sind Betrugsversuche über „smarte“ Kommunikationskanäle wie WhatsApp, SMS oder Fake-Anrufe im ersten Halbjahr 2024 spürbar angestiegen. Die Polizei warnt zudem vor sogenannten 'Smishing'-Wellen und empfiehlt, verdächtige Links konsequent zu ignorieren. Auch der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte rät, Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Software-Updates dringend zu nutzen, da selbst Apps im offiziellen App-Store immer wieder als Einfallstor dienen (Quelle: SRF, BAZ, Swisscom).