Schwerdtner über Pantisano: Die eigentliche Probe kommt noch

Mit Luigi Pantisano rückt ein neuer Co-Vorsitzender in die Führung der Linken, doch Ines Schwerdtner bleibt skeptisch – für ihn stehe eine echte Bewährungsprobe bevor. Das knappe Wahlergebnis am Parteitag in Potsdam sorgt für gemischte Gefühle.

heute 17:37 Uhr | 2 mal gelesen

„Er wird sich beweisen müssen – nicht nur im eigenen Laden, auch draußen in der Gesellschaft“, ließ Schwerdtner am Rande des Potsdamer Parteitags gegenüber Phoenix verlauten. Der Tenor: Der frische Co-Vorsitz verlangt Mut zur Klarheit. Sie selbst sieht ihr Ergebnis als Bestätigung ihres bisherigen Kurses, der anscheinend nicht ganz ohne Folgen bleibt: Die zufrieden-zurückhaltende Freude in ihrer Stimme ist jedenfalls hörbar. Auf die immer lauter werdende Auseinandersetzung rund um die Linksjugend Solid angesprochen, unterstreicht Schwerdtner scharf: „Bei Antisemitismus und Stalinismus ist für uns Schluss – das ist die Rote Linie.“ Hier scheint unbedingte Härte, aber auch Gesprächsbereitschaft: Ihre Partei stehe zwar mit dem Jugendverband in Kontakt – immerhin gebe es auch dort ‚viele Vernünftige‘. Sie differenziert: Man müsse zwischen denen unterscheiden, die grobe Fehler machen und jenen, die sich gemeinschaftlich einsetzen – etwa, wenn es um Proteste mit gesellschaftlichem Anliegen gehe. Einfache Antworten? Gibt es nicht.

Die Linke steht nach dem Parteitag an einem Scheideweg: Luigi Pantisano, als neuer Co-Vorsitzender mit nur knappem Vorsprung gewählt, muss fortan sowohl parteiintern als auch öffentlich Akzeptanz und Führungsstärke zeigen. Ines Schwerdtner sieht sich in ihrem Kurs bestätigt und legt den Fokus auf den Umgang mit innerparteilichen Kontroversen, speziell rund um die Linksjugend Solid – sie beharrt auf klaren Haltungen gegen Antisemitismus und Stalinismus, bleibt aber im Gespräch mit den verschiedenen Strömungen. Recherche ergab, dass Pantisano in den Medien kontrovers diskutiert wird, während der innerparteiliche Streit um polarisierende Positionen weiterhin für Unruhe sorgt. Ergänzend dazu: Laut aktuellen Presseberichten betonte Schwerdtner, dass die Partei auf einen kritisch-solidarischen Austausch mit dissidenten Stimmen innerhalb der Linksjugend setzt, jedoch auf unmissverständlichen Prinzipien beharrt. Pantisano selbst versucht, mit Dialogbereitschaft in Richtung Basis und Öffentlichkeit zu punkten, doch Skepsis über seine Integrationskraft bleibt sowohl intern als auch extern spürbar. Die Debatte um Antisemitismus und problematische Strömungen innerhalb der Partei spiegelt ein grundsätzliches Ringen um ihre politische Zukunft und Glaubwürdigkeit wider.

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