Wolodymyr Selenskyj – niemand wird behaupten, er hätte ein Händchen für leise Töne, wenn es um den Krieg gegen Russland geht. Bei seiner Ankunft in Brüssel, ein grauer Morgen, ein Hauch von Anspannung in der Luft, stellt er klar: Die 19. Sanktionsrunde der EU ist mehr als nur ein neues Kapitel diplomatischer Mühen – sie ist, so betont er, 'von entscheidender Bedeutung'. Es klingt fast trotzig, als er darauf verweist, wie das Paket eng mit den jüngsten Maßnahmen der US-Regierung gegen russische Energieinteressen verwoben ist. Selenskyj bleibt sich treu: Worte als Druckmittel. 'Gemeinsam', mahnt er, müsse man weiter daran arbeiten, den Druck auf Putin aufrechtzuerhalten. Die Forderungen wiederholen sich: Neben weiteren Sanktionen – überraschend offen bringt er Langstrecken-Luftabwehrsysteme ins Spiel – fehle es nach wie vor an finanzieller Unterstützung, die ebenfalls in Brüssel Thema sei. Es wirkt wie ein ständiges Ringen: Immer wieder die gleiche Leier, aber manchmal ist eine Leier nun mal nötig, um etwas Gehör zu finden.
Präsident Selenskyj sieht einen deutlichen Schritt nach vorne im Ringen gegen Russland: Die neuen Sanktionen der EU und der USA unterstreichen für ihn die Geschlossenheit des Westens und liefern der Ukraine Rückendeckung. Besonders betont er, wie entscheidend die Zusammenarbeit sei, nicht nur bei Sanktionen, sondern auch in Sachen Rüstungshilfe und Finanzhilfen – hier sieht er weiterhin großen Bedarf. In deutschsprachigen Medien erhält diese Entwicklung breite Aufmerksamkeit: So berichtet taz.de von Beratungen über weitere Finanzhilfen für die Ukraine und den schwierigen Entscheidungsprozessen auf EU-Ebene, während die FAZ die Auswirkungen der Sanktionen für Russlands Wirtschaft und damit verbundene diplomatische Auseinandersetzungen beleuchtet. In aktuellen internationalen Analysen, zum Beispiel auf dw.com, wird zudem betont, wie die Sanktionspakete Putins Handlungsspielräume zunehmend einschränken und zudem die Debatte über europäische Sicherheitsarchitektur weiter anheizen.