Wer dieser Tage einen genaueren Blick auf die politische Gemengelage wirft, dem springt sofort die parallele Zunahme von Union und AfD ins Auge. Ein Prozentpunkt Plus für beide – jetzt stehen sie Seite an Seite bei 26 Prozent. Für die anderen Parteien sieht’s weniger rosig aus: Die SPD rutscht auf 14 Prozent ab, verliert zwei Punkte. Die Grünen klettern zwar um zwei Zähler, landen aber bei mageren 13 Prozent. Linke, BSW, FDP – alle müssen einen Punkt abgeben, dümpeln teils an der 3-Prozent-Hürde herum. Was bedeutet das alles eigentlich? Schwierig zu sagen. Die politische Landschaft bleibt volatil, schwankend wie das Wetter im März.
Doch es gab noch weitere Fragen, die das Institut den Deutschen stellte – etwa zum aktuellen Konflikt zwischen den USA/Israel und Iran: Mehr als die Hälfte sieht darin keinen oder kaum einen gerechtfertigten Grund. Überraschend vielleicht, aber irgendwie auch typisch für eine Bevölkerung, die mit internationalen Krisen zuletzt nicht gerade verschont wurde. Unterstützung für den Krieg? Unter Unionswählern sind es 38 Prozent, bei der AfD 33. Die Mehrheit in beiden Lagern sieht ihn aber nicht als gerechtfertigt.
Noch ein Punkt, der für Stirnrunzeln sorgt: Die Nutzung von US-Stützpunkten in Deutschland für etwaige Einsätze gegen Iran. Über die Hälfte der Befragten lehnt das ab. Weniger als ein Viertel würde mitgehen, der Rest schwankt irgendwo zwischen Enthaltung und Ratlosigkeit. Und was die Dauer des Krieges betrifft, gehen die Meinungen weit auseinander. Nur verschwindende vier Prozent glauben, in einem Monat sei alles vorbei – fast ein Fünftel geht jedoch von einem mehrjährigen Konflikt aus.
Handfeste Sorgen gibt’s auch bei den erwarteten Folgen: Steigende Energiepreise, höhere Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Eintrübungen. Klimapolitik scheint angesichts solcher Aussichten fast wie ein Nebenschauplatz. Migration und Sicherheit werden ebenfalls als beeinflusst betrachtet, aber weniger entschieden als die ökonomischen Risiken. Menschlich nachvollziehbar, finde ich. Die Befragung wurde online zwischen dem 13. und 16. März durchgeführt, und wie immer fragt man sich: Spiegeln diese Zahlen wirklich die Befindlichkeiten draußen wider oder geben sie nur eine Momentaufnahme im digitalen Nebel?
Die Yougov-Umfrage zeigt klassische Trends, aber auch einige Verschiebungen: CDU/CSU und AfD erreichen beide 26 Prozent, die SPD verliert Boden. Auffällig bleibt die Skepsis der Bevölkerung gegenüber einer militärischen Eskalation im Nahen Osten, vor allem bei der Frage, ob US-Stützpunkte in Deutschland für Einsätze genutzt werden sollten: Die Mehrheit ist dagegen. Fast drei Viertel befürchten starke wirtschaftliche und soziale Auswirkungen durch die Krise – ein Stimmungsbild, das die Unsicherheit dieser Zeit widerspiegelt.
Ergänzend finden sich in der Presse weiterhin Diskussionen rund um die Frage, welchen Einfluss die anhaltende Schwäche der Ampelregierung auf die Popularität der Union und der AfD hat. Zum Beispiel berichten mehrere Medien über das gestiegene Sicherheitsbedürfnis und die Sorge in der Bevölkerung angesichts globaler Konflikte und deren Folgen für Deutschland. Außerdem wird auch immer wieder die Rolle der BSW angesprochen: Das Sammelbecken für Wechselwähler verliert laut Umfrage leicht und fällt auf drei Prozent.