Ein aktuelles Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion greift ein Thema auf, das medial fast schon zur Nebenbeschäftigung geworden ist: Energydrinks und ihr Einfluss auf Jugendliche. Politico hatte zuerst berichtet – mittlerweile ist klar: Für Minderjährige unter 16 Jahren will die SPD den Zugriff auf aufputschende Getränke wie Red Bull, Monster & Co. konsequent untersagen. Beachtenswert: Nicht nur der Energy-Drink, sondern auch Nikotinprodukte und sogar Wein und Bier geraten nun in den strengeren Fokus.
Im Papier heißt es, die SPD wolle ein Verkaufsverbot von koffeinhaltigen Energy-Drinks an junge Menschen unter 16 Jahren, kombiniert mit Bußgeldern und strikten Werbebeschränkungen, gerade im Social-Media-Bereich. Die Gründe? Hohe Mengen an Koffein und Zucker sowie Zusatzstoffe, die nicht selten gesundheitliche Nebenwirkungen verursachen. Offen ist das Ganze zudem gegenüber härteren Einschnitten beim Alkoholverkauf: Das begleitete Trinken von Alkohol, das Jugendlichen aktuell unter bestimmten Umständen erlaubt ist, soll abgeschafft werden. Die SPD signalisiert auch, dass Sekt, Wein und Bier künftig zum reinen Erwachsenenvergnügen werden könnten.
Ganz nebenbei schwingt bei den Maßnahmen der Gedanke mit, dass sich langfristig nicht nur die Gesundheit der jungen Generation, sondern auch die Ausgaben der Krankenkassen verbessern könnten. Interessant: Die Gruppe der Sozialdemokraten orientiert sich bei ihren Forderungen sowohl an der Verbraucherschutzministerkonferenz als auch am Bürgerrat Ernährung. Das Papier entstand als Gemeinschaftsprojekt verschiedener SPD-Arbeitsgruppen rund um Gesundheit, Familie und Ernährung – datiert passenderweise auf den frühen Sommeranfang, 3. Juni. Ein naheliegender Zeitpunkt, um Prävention und Jugendschutz neu zu denken.
Die SPD will die Gesundheit junger Menschen stärker schützen und setzt dabei nicht nur auf Energiestoffe, sondern zieht auch Alkohol und neuartige Nikotinprodukte ins Visier. Interessant ist, wie die Partei mit ihren Vorschlägen aktuelle Debatten um Jugendschutz, Werbung und gesundheitliche Prävention aufgreift. Was hier im kleinen Papier beginnt, könnte tatsächlich zum größeren Politikum werden: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin warnt seit Jahren vor den Gefahren von Energydrinks bei Heranwachsenden, und Staaten wie Norwegen oder Litauen haben bereits strenge Verkaufsverbote eingeführt. Auch in Deutschland wächst der Druck nach gesetzlichen Regelungen, nachdem Untersuchungen der Bundesregierung immer wieder auf Schlafprobleme, Herzrasen oder Konzentrationsstörungen durch Energydrinks bei Jugendlichen hinweisen. Ein weiterer Punkt: Laut einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK befürwortet sogar eine Mehrheit der deutschen Eltern ein Verbot dieser Getränke für Minderjährige.