SPD springt auf DGB-Zug: Pflicht-Betriebsrente im Gespräch

Die Bundestagsfraktion der SPD zeigt Rückendeckung für eine verpflichtende Betriebsrente – ein Vorschlag, der aktuell aus dem DGB-Lager kommt. Mehr Geld muss in die Altersvorsorge, sagen SPD-Spitzen.

heute 14:59 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon erstaunlich, wie wenig Schwung manchmal in die Debatten rund um die Altersvorsorge kommt – und dann plötzlich, zack, ein Vorstoß wie der des DGB. Der Gewerkschaftsbund fordert: Die Betriebsrente soll für alle verpflichtend werden! Arbeitgeber müssen da dann mindestens die Hälfte mitzahlen. Klingt erst mal fair, meint auch Dagmar Schmidt von der SPD-Bundestagsfraktion – schließlich reicht das, was die gesetzliche Rente abwirft, kaum noch zur Altersabsicherung. Wer arbeitet, soll sich schließlich nicht vor der Armut im Alter fürchten müssen. Die SPD, sonst gerne mal zögerlich mit Forderungen, stellt sich diesmal prompt hinter den DGB. Klar, es gibt Tausend Details zu klären, und ein wenig Skepsis bleibt: Funktioniert das wirklich für alle Branchen? Was wird aus Mini- oder Midijobs? Aber der Grundimpuls ist da – und vielleicht wälzt sich deshalb bald doch mehr Geld auf den Konten der Beschäftigten an.

Die SPD will gemeinsam mit dem DGB eine verpflichtende Betriebsrente durchsetzen, bei der Arbeitgeber mindestens den gleichen Anteil einzahlen wie die Arbeitnehmer. Dahinter steckt die Sorge, dass die gesetzliche Rente in Zeiten von Inflation und demografischem Wandel nicht mehr für ein auskömmliches Leben im Alter reicht. Während das neue Modell als gerechter und zukunftsträchtiger gefeiert wird, bleibt allerdings offen, ob und wie Sonderfälle – etwa Kleinbetriebe oder atypische Arbeitsverhältnisse – in das System integriert werden sollen. Neue Recherchen zeigen zudem, dass in Deutschland nur rund 54 % der Beschäftigten tatsächlich eine betriebliche Altersvorsorge haben (Quelle: [FAZ.net](https://www.faz.net)), wobei vor allem Geringverdiener und Beschäftigte in kleinen Unternehmen häufig außen vor bleiben. Zugleich gibt es aktuell Diskussionen um die steuerlichen Rahmenbedingungen und eine mögliche Einbeziehung der Selbstständigen, was die Debatte noch komplizierter macht.

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