Städtetag hofft auf neue Bleibeperspektive für syrische Fachkräfte

Viele Syrer sind inzwischen ein fester Bestandteil des deutschen Arbeitsmarkts. Der Deutsche Städtetag erwartet daher eine politische Entscheidung, die qualifizierten Geflüchteten eine dauerhafte Aufenthaltsperspektive sichert – unabhängig von den Verhältnissen in Syrien.

heute 07:33 Uhr | 1 mal gelesen

Es sind nicht nur Pflegekräfte oder IT-Profis, die dringend gesucht werden – auch zahlreiche andere Bereiche profitieren mittlerweile von syrischen Mitarbeitenden, die sich längst integriert haben. Christian Schuchardt, Chef des Deutschen Städtetags, brachte es neulich gegenüber den Funke-Zeitungen auf den Punkt: Deutschland braucht diese Leute, Unternehmen bauen auf sie. Also sollte die Bundesregierung eine klare Regel finden, die es syrischen Fachkräften erlaubt, dauerhaft zu bleiben, unabhängig davon, wie sich die Situation in Syrien gerade darstellt. Das würde nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch den Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit bieten. Angesichts des Fachkräftemangels und der Überalterung der Gesellschaft klingt das irgendwie nur vernünftig. Eigentlich schade, dass das nicht schon längst klar geregelt ist.

Der Deutsche Städtetag fordert eine rechtssichere und verlässliche Regelung für den Verbleib syrischer Fachkräfte in Deutschland. Durch die Integration syrischer Geflüchteter in den Arbeitsmarkt, insbesondere in von Fachkräftemangel betroffenen Sektoren, ergibt sich für die deutsche Wirtschaft nicht nur ein Vorteil – es trägt auch zur gesellschaftlichen Stabilität bei. Und während die Debatte um Abschiebungen weiterhin polarisiert, drängen Kommunen und Wirtschaft auf eine pragmatischere Lösung, die Humanität und arbeitsmarktpolitische Bedürfnisse in Einklang bringt. Aktuell zeigt sich außerdem: Trotz anhaltender Unsicherheiten kehren viele Syrer nicht zurück, etwa weil sie ihren Lebensmittelpunkt längst in Deutschland gefunden haben. Einige Bundesländer fordern bereits von der Bundesregierung, umfassendere Bleiberechtsregelungen für Menschen aus Ländern mit unsicherer Lage zu schaffen. Angesichts neuer Asylrechtsdebatten und verschärfter politischer Töne bleibt die konkrete Ausgestaltung solcher Regelungen allerdings umkämpft.

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