Stegner hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: Für ihn ist der Einsatz Deutschlands in Grönland vor allem eins – Symbolpolitik, sonst nichts. Die Entscheidung, die Bundeswehr zu entsenden, sei nicht nur schlecht kommuniziert worden – und zwar so, dass der Auswärtige Ausschuss des Bundestages darüber schlicht nicht rechtzeitig informiert wurde –, sondern auch wenig wirkungsvoll. Mit einem Spritzer Ironie bemerkte Stegner, die Mission werde US-Präsident Trump bestimmt in Angst und Schrecken versetzen, hält aber fest: Schaden entstehe dadurch letztlich nicht. Was durchaus bemerkenswert ist angesichts der geopolitischen Lage: Grönland, gemeinsam mit Dänemark und den Färöern, gehört zum Königreich Dänemark, hat aber wie die Färöer weitgehende Autonomie. Dennoch hat Trump öffentlich Interesse an der Insel gezeigt – zu Lasten der Souveränitätsgefühle aller Beteiligten. Die NATO, zu der die USA, Dänemark, Deutschland und weitere 29 Mitgliedsstaaten zählen, verpflichtet ihre Mitglieder, sich im Ernstfall gegenseitig zu schützen. Was bleibt? Ziemlich viel Symbolik und die Frage, ob das überhaupt noch jemanden beeindrucken soll. Man könnte fast meinen, da geht es mehr ums Schaulaufen als um Sicherheit.
Ralf Stegner kritisiert deutlich, dass die Bundeswehr-Mission in Grönland wenig Substanz hat und als symbolischer Akt inszeniert wird, ohne dass der Bundestag vorab umfassend informiert wurde. In jüngsten Medienberichten wird allgemein die zunehmende Militarisierung der Arktis thematisiert – verschiedene NATO-Staaten zeigen durch Truppenübungen und politische Statements gesteigertes Interesse an der Region, die durch den Klimawandel zunehmend zugänglich wird und daher neue geopolitische Spannungen birgt. Entscheidend bleibt, dass Initiativen wie der gegenständliche Bundeswehr-Einsatz nicht nur politische Zeichen setzen, sondern auch diplomatische Beziehungen in einem sensiblen Umfeld wie dem Nordatlantik beeinflussen können.