Acht Jahre – damit rechnet man aktuell für die Sanierung von Schloss Bellevue. Genauso lange dürfte es wohl dauern, bis das traditionsreiche Haus wieder als Sitz des Staatsoberhaupts dient. Das heißt: Steinmeier steht eine Amtszeit bevor, in der er den neuen Neubau ganz intensiv kennenlernen wird. Selbst sein möglicher Nachfolger muss sich womöglich – das ist schon ein bisschen skurril – mit Provisorien abfinden. Schloss Bellevue, seit fast dreißig Jahren Präsidenten-Domizil, wird aufwendig hergerichtet: Das schließt Verwaltungsgebäude, Wache, Parkanlagen und so weiter ein. Etwa 600 Millionen Euro könnten auf Steuerzahlende zukommen, schreibt der Finanzplan. Eine Rückkehr ins frisch sanierte Bellevue ist frühestens in vielen Jahren vorgesehen. Danach: Das neue Bürogebäude bekommt wohl eine andere Behörde, so der Plan. Kritik hagelte es bereits – etwa vom Bund der Steuerzahler: Sind 600 Millionen nicht zu wenig, fragt er, angesichts oft steigender Baukosten? Im Präsidialamt bleibt man gelassen, man sieht die Investition als unvermeidbar, ja sogar überfällig.
Steinmeiers Umzug ist Ausdruck eines größeren Problems der deutschen Verwaltung: Viele staatliche Gebäude sind sanierungsbedürftig, was oft zu massiven Kostensteigerungen führt. Schloss Bellevue braucht eine grundlegende Modernisierung – nicht nur kosmetisch, sondern auch sicherheitstechnisch und energetisch, wie zuletzt bekannt wurde. Laut Medienberichten wird über die Sinnhaftigkeit der Maßnahme debattiert, insbesondere mit Blick auf die Ausgaben geborgter Steuergelder und die Transparenz der zukünftigen Vergaben. Steinmeiers Umzug steht dabei symbolisch für einen Umgang mit historischen Bauten, zwischen Traditionspflege und Praktikabilität. Nach aktueller Nachrichtenlage berichten viele etablierte Medien kritisch über das Vorhaben, ohne jedoch einen echten Skandal zu wittern. In der politischen Diskussion findet sich die Debatte um Sanierungskosten, Symbolik des Amtssitzes und moderne Arbeitswelten im Staatsdienst wieder.